Lagerfeuer

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Bilder oder Skizzen der verschiedenen Feuerarten

Lagerfeuer

Ein Lagerfeuer ist ein Feuer an einer Lagerstätte, mit einem ideellen oder einem praktischen Nutzen, oder der Mischung aus beidem. Ein praktischer Nutzen ist z.B. als Wärmequelle oder zum Kochen / Grillen, ein ideeller Nutzen ist als stimmungsvolle Beleuchtung oder Mittelpunkt einer gemütlichen Runde für Gespräche, gemeinsamen Gesang oder sogar Tanz. Ein praktischer Nutzen des Lagerfeuers als Beleuchtung ist wegen der relativ schwachen, aber stark flackernden Lichtstärke eher selten - als solches wurde das Feuer in Form von Signalfeuer in der Frühzeit der Leuchttürme verwendet.

Anforderungen an die Feuerstelle

Bevor man überhaupt Feuer machen darf, braucht man erst einmal eine (möglichst schriftliche) Genehmigung des Försters, Besitzers oder Pächters. Ein behördliches Feuerverbot, z.B. bei extremer Trockenheit und Waldbrandgefahr, steht über der Genehmigung des Besitzers, und muß auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Hat man diese, so sucht man sich einen günstigen Platz für eine Feuerstelle aus, soweit noch keine vorhanden ist. Man sollte hierbei einen sinnvollen Sicherheitsabstand (etwa 50 Meter; manche lokale Behörden schreiben einen verbindlichen Abstand bis zu 200m vor) zu feuergefährdetem Gebiet (Wald, Gebüsch, Getreidefeld, ...) einhalten. Wegen des Funkenflugs soll der Abstand zu feuergefährdetem Gebiet in Windrichtung noch größer sein.

Nun kann entweder in der späteren Größe der Feuerstelle die Grasnarbe entfernt werden. Dazu sticht man diese in transportfähigen Stücken aus und transportiert sie dann in ausreichende Entfernung. Die Grasnarbe wird aufgehoben und alle 2-3 Tage gegossen, so dass man sie am Ende des Lagers wieder auf die ehemalige, ausgeräumte Feuerstelle platzieren kann. Ohne diese Maßnahme verbrennt die Grasnarbe, und es bleibt lange Zeit ein kahler Fleck zurück.
Man sollte darauf achten, dass das entstandene Loch im Boden nicht zu tief ist, da sonst das Feuer später nicht genügend Sauerstoff bekommt. Das Loch muss nun noch mit Steinen oder einem Erdwall abgegrenzt werden. Auch alles brennbare Material im Umkreis von mindestens 3 Meter um die Feuerstelle muss man entfernen.

Oder man baut einen Feuertisch, der eine bessere seitliche Licht- und Wärmeabstrahlung, und eine bessere Sauerstoffzufuhr zum Feuer gewährleistet. Eine gute und einfache Alternative sind Feuerschalen; es gibt kleine leichte zum Teil auch klappbare Schalen bis hin zum Gulli-Sieb. Stehen diese Schalen noch auf ein paar Steinen ist die Grasnabe zudem noch geschützt.

Jetzt ist die Feuerstelle fertig. Sicherheitshalber soll man noch Löschmaterial wie Wassereimer oder Sand und Spaten in der Nähe der Feuerstelle platzieren. Zudem empfiehlt es sich, lederne Arbeitshandschuhe und / oder eine Schaufel bereit zu halten, um z.B. herausgefallenes brennendes Holz wieder ins Feuer zu befördern, oder beim Feuer löschen die brennenden Holzstücke kontrolliert auseinanderzuziehen.

Anforderungen an das Feuerholz

Zunächst einmal braucht man Feuerholz. Am häufigsten findet man dieses in einem nahegelegenem Waldstück. Doch Achtung: Keine Äste von lebenden Bäumen abbrechen; Keine Bäume fällen! Erstens ärgert man damit den Förster und zweitens brennt frisches Holz nicht gut.

Am besten eignet sich totes Holz, das im Geäst anderer Bäume hängt. Dieses sogenannte windtrockene Holz ist normalerweise durch den Wind gut durchgetrocknet und lässt sich oft auch bei Regen noch anzünden (wenn man die nasse Rinde entfernt). Holz, das am Boden liegt zieht Bodenfeuchtigkeit an und ist deshalb oft moderig und nicht gut durchgetrocknet. Dieses Holz kann man auf ein bereits brennendes Feuer legen, wenn man möglichst viel Rauch herstellen will ;).

Unterschiedliche Holzarten haben unterschiedliches Brennverhalten. So kann man schon beim Sammeln auf den späteren Zweck des Feuers eingehen. So sind z.B. Birke, Hasel, Fichte, Kiefer und Lärche leichtbrennbare Hölzer, welche nur wenig Glut bilden. Buche, Eiche, Esche und Ahorn hingegen brennen langsam, bilden aber viel Glut (vgl. Holz als Brennstoff). Feuer aus Nadelhölzern (Kiefer, Fichte, Tanne, u.s.w.) neigen wegen des hohen Harzgehaltes zum "springen". Das heisst glühende Holzstückchen fliegen teilweise meterweit aus dem Feuer heraus. Das kann große Brandlöcher in Schlafsäcke und Isomatten zur Folge haben (also niemals neben einem unbewachten Feuer aus Nadelhölzern schlafen), oder brennbaren Untergrund um die Feuerstelle herum in Brand setzen.

Für Anfeuerholz nimmt man trockenes Nadelholz oder Birkenholz bzw. Birkenreisig, und spaltet es mit einem Beil oder dem Fahrtenmesser auf. Wichtig ist, genügend Anfeuerholz vorzubereiten (ca. 2 Hände voll), und auch etwas größeres "Fütterholz" bereit zu halten. Auf Hilfsmittel wie Grillanzünder oder Brandbeschleuniger (Spiritus, Petroleum, Benzin) zurückzugreifen, ist nicht Pfadfindermäßig, und kann gefährlich werden (Verpuffung).

Nachdem man nun genügend(!) (vom passenden) Holz hat, macht man sich daran, ein Feuer aufzubauen.

Anforderungen an das Lagerfeuer

Je nachdem, für was das Lagerfeuer verwendet werden soll, gibt es verschiedene Arten des Aufbaus und der Unterhaltung des Lagerfeuers.

Pyramidenfeuer

Das Pyramidenfeuer ist der Klassiker unter den Feuerarten. Man schichtet zunächst etwas Zunder auf und beginnt dann - mit dünnen Stöckchen beginnend - ein Pyramide darum zu errichten. Grundgerüst dafür kann ein Mini-Dreibein bilden. Das Pyramidenfeuer eignet sich sowohl als Wärmefeuer, als auch als Kochfeuer. Es ist ein gutes Allzweckfeuer.

Eine grundsätzliche Gefahr des Pyramidenfeuers ist, daß einzelne brennende Äste seitlich aus der Pyramide herausfallen können.

Pagodenfeuer

Das Pagodenfeuer ist ein Feuer, das vergleichsweise lange mit gleichbleibender Helligkeit und Wärme brennt. Man muß dadurch nicht immer wieder Brennholz nachlegen. Bei einem sorgfältig aufgebauten Pagodenfeuer ist die Gefahr auch sehr gering, daß brennende Holzstücke aus dem Feuer herausfallen. Dadurch ist das Pagodenfeuer neben der eingangs genannten Eigenschaft auch noch beim Abbrennen sehr pflegeleicht, und deswegen bei feierlichen Anlässen wie beispielsweise eines Stufenübergangs sehr beliebt.

Aufgebaut wird das Pagodenfeuer, indem gerade Ast- oder Stammstücke quadratisch übereinander aufgeschichtet werden. Nach oben hin werden die Quadrate etwas kleiner, so daß das Pagodenfeuer von der Seite betrachtet die Form eines Pyramidenstumpfs bekommt. Zwei oder drei der obersten Quadrate können als geschlossene Ebenen ganz mit Ästen ausgelegt werden. Zuoberst wird das Feuerherz mit Zunder und Anfeuerholz vorbereitet.

Das Pagodenfeuer wird also ganz oben angezündet, und brennt schichtweise nach unten. Da die herabfallende Glut nach und nach eine Schicht nach der anderen entzündet, ist die Brenndauer des Pagodenfeuers länger als bei anderen Feuer. Durch die quadratische Anordnung der Hölzer und die Quadrate, die nach unten hin immer größer werden, fallen die durchgebrannten Holzstücke immer ins Innere des Feuers und nicht heraus.

Sternfeuer

Für das Sternfeuer wird zuerst ein kleines Feuer entzündet, und dann das Brennholz sternförmig darum herumgelegt. So wie das Brennholz dann an der Stirnseite abbrennt, so wird es nachgeschoben. Das Sternfeuer ist damit in erster Linie ein sehr sparsames Kochfeuer, das sich zudem relativ gut in seiner Leistung regulieren läßt (je nachdem, wieviele Brennholzstücke im Stern angeordnet werden, und wie schnell sie nachgeschoben werden).

Jägerfeuer

Für das Jägerfeuer werden zwei dicke, noch grüne Aststücke in Windrichtung parallel nebeneinandergelegt und dazwischen ein kleines Feuer entzündet. Die dicken Aststücke dienen dabei als Auflage für Kochtopf oder Pfanne, und können in ihrer Länge ganz nach Bedarf gewählt werden. Mit dem Jägerfeuer ist es problemlos möglich, mit mehreren Töpfen oder Pfannen gleichzeitig zu kochen. Da das Feuer zwischen Kochtopf und Aststücken eingerahmt ist, entsteht durch den Wind ein Kamin-Effekt, der dem Feuer gut Sauerstoff zuführt.

Anstatt der Aststücke können auch Steine verwendet werden, oder eine geeignete Stelle im Gelände (z.B. kleine Felsspalte). Dadurch wird zusätzlich die Wärme des Feuers reflektiert und gespeichert. Es besteht aber die Gefahr daß die Steine platzen (Verletzungsgefahr durch Steinsplitter).

Das Jägerfeuer war bei Jägern deshalb so beliebt, da es den Feuerschein weitgehend abschirmt und verbirgt, und das benötigte Feuer klein gehalten werden kann.

Gitterfeuer

Das Gitterfeuer entspricht im Aufbau in etwa dem Pagodenfeuer, mit dem Unterschied, dass das Holz nicht nur im Quadrad aufgeschichtet wird, sondern in einem Gitter mit etwa 10cm Abstand zwischen den Ästen gelegt wird. Auch hier werden die Schichten nach oben hin schmaler.

Durch die starke Flammen- und Hitzeentwicklung eignet es sich besonders als Wärme- und Kochfeuer, gerade für viele Leute.

Kaminfeuer

Zwei parallele Äste werden mit ca 60° Neigung zum Boden und etwa 80cm Abstand zueinander gut befestigt und bilden so eine Rampe auf welche, nachdem am Fuße der Rampe ein Feuer mit guter Glut gemacht wurde, Äste aufgelegt werden. Sobald ein Ast verbrannt ist rutscht ein neuer automatisch nach.

Diese Feuerart eignet sich besonders als Wärmefeuer, da es lange brennt und "von selbst" nachlegt. Zudem wird das Holz gleich vorgetrocknet.

Da die Rampe die Wärme reflektiert ist es "davor" wärmer, "dahinter" kälter.

Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Feuer nicht auf die Rampe übergreift und die darauf befindlichen Äste entzündet.

Grubenfeuer (Polynesisches Feuer)

Kochfeuer, sparsam, wetterfest, 'unsichtbar'

Balkenfeuer

Wärmefeuer, brennt bis 10 Stunden kräftige Hitze


Entzünden eines Feuers

Zum Anzünden wird immer Zunder verwendet. Das können sein: kleine Ästchen, trockenes Laub, Birkenrinde, trockene Grashalme, Späne, ... (alles klein zerbröselt).
Vor allem auf grund des großen Gefahrenpotentials von brennbaren Flüssigkeiten, wie Benzin und Spiritus sollte auf deren Verwendung verzichtet werden. Auch Papier muss nicht verwendet werden, wenn man sich beim Aufbau des Feuers und bei der Auswahl des Holzes/Zunders ein bißchen Mühe gibt, in diesem Fall sollte dann auch ein einziges Streichholz zum entfachen des Feuers ausreichen.

Für die Herstellung von Zunder eignen sich:

  • die mehligen Fasern zerfallenden Holzes
  • die fein zerbröselte Trockenrinde von Tanne, Kiefer, Fichte und Lärche
  • Zerkleinertes, trockenes Holundermark
  • die zerriebene Papierhaut der Birke
  • zerkrümelte Pflanzenteile
  • Holzstaub, der hinter abblätternden Baumrinden in den Gängen von Borkenkäfern zu finden ist
  • der Sporenstaub trockener Boviste (ein Pilz)
  • vergilbtes, trockengewehtes Moos, insbesondere Islandmoos
  • zerriebene trockene Rentierflechte

Entzünden eines Feuers ohne Streichhölzer

Was tun, wenn die letzten Streichhölzer verbraucht sind oder durch Nässe unbrauchbar geworden sind und in meilenweitem Umkreis kein Ersatz zu erhalten ist? Muss man nun auf Feuer und Kochen verzichten?

Nein, ein geübter Waldläufer weiß sich auch dann zu helfen. Die Betonung liegt hier ganz besonders auf geübt! Die nun folgenden Künste gelingen nämlich nur, wenn man sie trotz aller Misserfolge wieder und wieder probiert.

Jedes Kind weiß, dass man bei Sonnenschein mit einem Brennglas Zunder zum Glimmen und bei vorsichtigem Pusten auch zum Brennen bekommt. Fotoobjektive, Fernglasobjektive, ja sogar der Boden eine Glasflasche können ebenfalls als Brennglas verwendet werden.

Von dieser Allerwelts- Weißheit wollen wir aber nicht reden, sondern von den Künsten, wie die Naturvölker, die weder Streichholz, Feuerzeug noch Brennglas kennen, ihre Feuer entfachen. Es gibt zwei Verfahren, nämlich das Funkenschlagen mit Steinen und das Feuerbohren, bei dem Hitze durch Reibung erzeugt wird.

Man braucht einen flachen Stein, der eine Kule in der Mitte haben sollte. Dann braucht ihr einen etwas dickeren Stock. Ihr legt den Zunder in die Kule und setzt das eine Ende des Stockes darauf. Nun dreht ihr den Stock sehr schnell, indem ihr eure Händen mit ihm dazwischen hin und her reibt. Eine weitaus effektivere Methode ist die Benutzung eines Bogens als Antrieb. (Siehe Bild) Wichtig ist, das ihr mit etwas Druck nach unten dreht, so dass genügend Reibung vorhanden ist. Sobald es anfängt zu glimmen, vorsichtig etwas pusten und mehr Zunder oder trockenes Stroh drauflegen.

Sicherheitshinweise

Besonders bei einer größeren Zahl von Anwesenden an einem Lagerfeuer, sollte immer sichergestellt sein, dass ausreichendes Löschwasser in nächster Nähe ist, so dass im Falle eines Unfalls das Feuer schnell gelöscht ist.

Um an windigen Plätzen zu vermeiden, dass der Rauch immer in die Richtung der am Feuer Sitzenden geblasen wird, empfiehlt es sich, eine Art Windkanal zu bauen. Man setzt sich hierzu gegenüber, wobei dazwischen das Feuer ist. So zieht der Wind zwischen den Personen hindurch. Solang der Wind nicht ständig dreht, bläst er den Rauch zwischen den Personen hindurch.

Löschen des Feuers

Beim Feuer löschen werden zuerst die brennenden Holzstücke auseinandergezogen. Damit wird schon viel von der Hitze und der Intensität des Feuers genommen. Dann nicht literweise Wasser darübergießen, sondern kleine Spritzer über das Feuer geben (ist genauso effektiv und spart Wasser). Wenn keine Flammen mehr vorhanden sind, soll das Glutbett "umgegraben" und auch die größeren Holzstücke umgedreht werden, damit alle Glutnester sicher gefunden und gelöscht werden. Ein Feuer ist erst dann sicher gelöscht, wenn man seine Hand eine Minute lang ins Glutbett stecken kann, ohne sich zu verbrennen.


Weblinks