Gau

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Als Gau wird eine mittlere Gliederungsebene in verschiedenen Pfadfinderverbänden bezeichnet. Andere Verbände bezeichnen diese Ebene als Bezirk.

Historie des Begriffs

  • Verwaltungseinheiten entlang des Nils im Ägypten des 2. vorchristlichen Jahrtausends werden als Gaue übersetzt. Diesen Verwaltungseinheiten stand ein Beamter vor.
  • In der Zeit der Germanen bezeichnet das Wort Gau den Siedlungsraum einer Untergliederung der einzelnen Volksstämme. Auf Grundlage der Gau-Struktur entwickelte sich später die fränkische Grafschaftsverfassung. Der Begriff Grafschaft überlagerte im folgenden den Gau-Begriff, bzw. löste ihn in der Regel ab. In vereinzelten Ortsbezeichnungen hat sich das Wort Gau bis heute erhalten.
  • Der Nationalsozialismus bezeichnete eine territoriale Organisationseinheiten der NSDAP als Gau, den ein Gauleiter führte. Der Gebrauch des Begriffs durch die Nationalsozialisten schädigt noch heute oft die Verwendung des Wortes.

Allerdings ist der Begriff "Gau" bis zum heutigen Tag gebräuchlich: In Bayern gehört er sozusagen zum Volksgut z.B. gebietsbezogen: Rupertigau,Chiemgau-ebenso bei den Trachtenvereinen: Gaufest, Gautreffen eca. Auch im benachbarten Österreich das gleiche: z.B.der Tennengau. Ganz besonders aber werden die Gaue sogar heute noch besungen in der Bayernhymne:"Gott mit Dir,Du Land der Bayern...über Deinen weiten Gauen,ruhe seine Segenshand." Auch mehrere Pfadfinderverbände haben den Begriff "Gau"in ihrer Organisation lebhaft im Gebrauch.

Gau im BDP

Vor 1971 war der Begriff Gau auch im BDP üblich. Mehrere Stämme z.B. eines Regierungsbezirks bildeten einen Gau. Gaue waren keine eigenständige Gliederung sondern dienten nur der Unterstützung der Stämme und der Landesmarkführung.

Geführt wurde ein Gau von einem Gaufeldmeister z.B. der Gau "Edelweiß" ab etwa 1954 von Kurt Herzog.

Gau in der CPD

In der CPD bilden Stämme, Siedlungen, Neuanfänge, Meuten, Jungmannschaftsrunden und Kreuzpfadfinderkreise einen Gau, wenn zwischen ihnen eine Zusammenarbeit räumlich (regional) möglich ist. Teilweise haben Gaue die Größe und Kompetenzen eines Bezirkes, teilweise erstrecken sich die Gaue über größere Distanzen und übernehmen Aufgaben, die in anderen Bünden die Landesverbände wahrnehmen, so zum Beispiel der bundesunmittelbare Gau Burgund.

Gaue und gaulose Gruppen innerhalb einer oder mehrerer Landeskirchen bilden als nächstgrößere Struktur eine Landesmark (vergleichbar einem Landes- oder Diözesanverband).

Gau in der DPSG

Vor 1969 bezeichnete ein Gau den regionalen Zusammenschluss mehrerer Stämme und Siedlungen in der DPSG. Oft orientierten sich die Gaue an der Struktur des jeweiligen Dekanats, oder einer Stadt. Die 29. Bundesversammlung der DPSG im Jahr 1969 ersetzte viele althergebrachte Begrifflichkeiten durch die bis heute aktuellen Begriffe: Das Wort Gau wurde dabei durch den Begriff Bezirk ersetzt.

Gau im VCP

Im VCP werden die Begriffe Region, Bezirk und Gau analog verwendet. Oft sind es gerade traditionelle Untergliederungen in Ländern des VCP, die den historischen Begriff des Gaues weitertradiert haben. Diese Gaue untergliedern sich - analog zu den gleichgestellten Bezirken - in mehrere Stämme

Gau im DPB

Im DPB bezeichnet ein Gau den regionalen Zusammenschluss mehrerer Gruppen. Ein Gau kann aus 3 Mädelschaften oder 3 Jungenschaften oder aus einem Ring und einer Mädelschaft oder Jungenschaft bestehen oder einer Mischung dieser drei Gauglieder.