Jungenschaftsjacke

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dj.1.11, Jungenschaftsjacke mit Schulterriemen 1931

Die Jungenschaftsjacke (kurz: Juja,auch Juscha ursprünglicher Name Jungenschaftsbluse) ist eine Schlupfjacke aus dunkelblauem Wolltuch oder schwerem schwarzem Baumwolltuch (Kohtenstoff), die von Jungenschaftern, bündischen oder auch von Pfadfindern getragen wird. Die Jacke hat hinten einen breiten Kragen. Der Ausschnitt wird mit drei knöpfbaren Querriegel geschlossen. Die drei Querriegel gelten auch als Symbol für die dritte Welle der Jugendbewegung.

Das Tragen der Jungenschaftsjacke soll Verbundenheit mit der bündisch - jugendbewegten Traditionen zeigen. Die Jacke wird aber auch aus praktischen Gründen benutzt, sowohl als Regenschutz als auch als warme Jacke. Sie ist leicht wasserabweisend, winddicht und strapazierfähig, sowie deutlich unempfindlicher gegenüber Feuer oder Funken als Jacken aus modernen Materialien.

Geschichte

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Jungenschaft mit Schiffchen und Jungenschaftsjacke (1960)

Die Jungenschaftsbluse, heute meist als Jungenschaftsjacke bekannt, wurde 1928 von Eberhard Koebel in Anlehnung an die Marineblusen der Roten Schwarzmeermatrosen entworfen und in der Deutschen (autonomen) Jungenschaft vom 1. November 1929 (dj.1.11) als Teil der Bundeskluft eingeführt. Dieser Bund hat durch seine Kreativität und den eigenen Stil großen Einfluss auf die Bündische Jugend genommen. Von dj.1.11 stammen viele Lieder, die Kohte und die Jungenschaftsbluse.

Von dj.1.11 ausgehend verbreitete sich die aus blauem Wolltuch gefertigte Jungenschaftbluse in breiten Kreisen der Bündischen Jugend. Bereits 1928 wurde sie serienmäßig gefertigt. Die Wirkung auf die Jungen war derart groß, dass auch die Hitler-Jugend sie in einer deutlich abgeänderten Version für das Jungvolk einführte. Um sich von der als kulturbolschewistisch abgelehnten dj.1.11 abzugrenzen wurde sie aus schwarzem Stoff gefertigt, der große Kragen verkleinert und ohne die drei Querriegel getragen. Der von der HJ eingeführte Name Jungenschaftsjacke wurde bei gleichzeitigem Rückgriff auf den ursprünglichen Schnitt von vielen Nachkriegsbünden übernommen und mit der Abkürzung Juja versehen. Daneben gibt es auch vor allem jungenschaftliche Gruppen, die an dem Namen Jungenschaftsbluse festhalten. Gefertigt werden heutige Jungenschaftsblusen/jacken entweder wie ursprünglich aus blauem Wollstoff oder aber aus schwarzem Kohtenstoff. Vereinzelt gibt es sie auch aus ungefärbtem, also weißem Kohtenstoff.

Tragweise

Jungenschaft Koppelschloss dj.1.11

Traditionell wurde die blaue Jungenschaftsjacke in die Hose geschoben; ursprünglich trug man bei der dj.1.11 darüber vielfach noch einen Schulterriemen und Koppelschloss mit dem Wappen der Jungenschaft. Das Wappen der dj.1.11 zeigt einen Falken über drei Wellen. Heutige Gruppen tragen sie meist über der Hose oder dem Rock.

Varianten

Seit den 1970er Jahren werden zahlreiche unterschiedliche Versionen der Jungenschaftsjacke angeboten, die sich beispielsweise durch aufgesetzte Taschen, einen veränderten Kragen als Kapzue zum Umstülpen oder Farb- und Stoffänderungen von der ursprüngliche Jungenschaftbluse unterscheiden. Auf dem Kragen finden sich bei einigen Pfadfinderverbänden die Abzeichen der Sippe oder von Fahrten.

Im Bund deutscher Jungenschaften (BdJ) entstand 1963 unter dem Namen Stadtjacke eine Weiterentwicklung der Jungenschaftsbluse, in grau und mit verändertem Schnitt.

Siehe auch

Takelbluse

Weblinks

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