Katholische Pfadfinderschaft Europas: Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
 
==Geschichte==
 
[[Datei:KPE-Pfadfinderinnen Pfarrei Maria Schutz, München 1990.jpg|thumb|Pfadfinderinnen während einer Gruppenstunde, 1990.]]
 
[[Datei:KPE-Pfadfinderinnen Pfarrei Maria Schutz, München 1990.jpg|thumb|Pfadfinderinnen während einer Gruppenstunde, 1990.]]
Die KPE wurde am 15. Februar 1976 gegründet. Ihre Gründer kamen aus der [[Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg|Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg]], hatten diese aber verlassen, da dort ihrer Meinung nach sowohl Pfadfinderarbeit als auch Glaubensleben wegen der Reformen der 1960er und 1970er Jahre vernachlässigt wurden. Maßgeblich an der Gründung beteiligt waren Günther Walter und Andreas Hönisch. Letzterer war bis zu seinem Tod am 25. Januar 2008 Bundeskurat der KPE und Superior der SJM. Günther Walter hatte lange Zeit das Amt des Bundesfeldmeisters der KPE inne.
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Die KPE wurde am 15. Februar 1976 gegründet. Ihre Gründer kamen aus der [[Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg|Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg]] (DPSG), hatten diese aber verlassen, da dort ihrer Meinung nach sowohl Pfadfinderarbeit als auch Glaubensleben wegen der Reformen der 1960er und 1970er Jahre vernachlässigt wurden; vergleichbare Kritik wurde auch am Bund der Deutschen Katholischen Jugend geübt.<ref>Andreas Hönisch, ''Liebe Freunde von Pfadfinder Mariens'', Bd. 1., Meckenheim 2001, S. 5f.</ref> Maßgeblich an der Gründung beteiligt waren Günther Walter und P. Andreas Hönisch. Letzterer war bis zu seinem Tod am 25. Januar 2008 Bundeskurat der KPE und Superior der Diener Jesu und Mariens (SJM]. Günther Walter hatte lange Zeit das Amt des Bundesfeldmeisters der KPE inne.
  
1977 nahm die [[Fédération du Scoutisme Européen]] (FSE), der Vorgänger der UIGSE, die KPE als Vollmitglied auf.
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1977 nahm die Fédération du Scoutisme Européen (FSE), der Vorgänger der UIGSE, die KPE als Vollmitglied auf.
  
Als 1986 einige Gruppen die KPE wegen zu starrer Strukturen verließen, gründeten sie einen eigenen Pfadfinderbund, die ''Europapfadfinder Sankt Michael''.
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Seit 1977 war die KPE Mitglied im [[Deutscher Pfadfinderring|Deutschen Pfadfinderring]], in dem außerdem der [[Deutscher Pfadfinderverband|Deutsche Pfadfinderverband]] und die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands vertreten waren. 1996 hat sich der Deutsche Pfadfinderring aufgelöst.
  
Im Bistum Augsburg wurde die KPE 1992 als kirchliche Jugendgemeinschaft anerkannt. Dem Dachverband UIGSE wurde 1984 der Beraterstatus beim Europarat zuerkannt, 2003 wurde die UIGSE auch vom Vatikan als Laienorganisation bestätigt.
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1980 wurde dem Dachverband der KPE, der UIGSE, der Beraterstatus beim Europarat als regierungsunabhängige, internationale Jugendorganisation zuerkannt.
  
Speziell die KPE wurde außerdem von Joseph Kardinal Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., "ausdrücklich gelobt und alle Unterstützung empfohlen": "Die Jugendarbeit in der KPE ist im Ganzen durchaus positiv einzuschätzen und gibt vielen jungen Menschen eine solide Grundlage für ihren Weg im Leben."
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1981 wurde Gisela Scholtissek auf dem dritten ordentlichen Bundesthing zur Bundesmeisterin der KPE gewählt.
  
1994 sendete der Südwestfunk erstmals den Spielfilm „Himmel und Hölle", der auf Vorgängen in der KPE basieren soll. Die Authentizität des Filmes ist allerdings fraglich, da ein strafbewehrtes Urteil des Landgerichts Stuttgart (Az. 17 O 190/96) gegen den Filmproduzenten ausgesprochen wurde und der Bezug zwischen dem Film und der KPE seither nicht mehr hergestellt werden darf. Trotzdem wurde die KPE in Folge des Filmes massiv in der Presse angegriffen.
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1984 nahm die KPE am 1. Eurojam der [[UIGSE]] bei Châteauroux in Frankreich mit 5.000 PfadfinderInnen teil.
  
Im Jahr 2003 wurde in der KPE-Zeitschrift „Pfadfinder Mariens“ ein im Tübinger Hohenrain-Verlag von Wigbert Grabert erschienenes Buch des Rechtsextremisten Rolf Kosiek („Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen“) empfohlen. Ebenfalls in „Pfadfinder Mariens“ hatte Engelwerk-Mitglied Thomas Niggl OSB, ehemals Abt des Klosters Weltenburg, sich Thesen der in Leonberg ansässigen Deutsche Studiengemeinschaft die vom Baden-Württemberger Landesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, zueigen gemacht.
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1986 verließen einige Gruppen die KPE wegen zu starrer Strukturen und gründeten einen eigenen Pfadfinderbund, die ''Europapfadfinder Sankt Michael''.
  
Am 22.2.2003 findet in Neu-Ulm der erste Singewettstreit der KPE mit Namen "Neu- Ulmer Meistersinger" statt.
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Im Bistum Augsburg wurde die KPE 1992 von Bischof Josef Stimpfle als kirchliche Jugendgemeinschaft anerkannt. Das Dekret bestätigt, dass sich der spezifischer Charakter der KPE in die grundlegenden Ziele der diözesanen Jugendarbeit einfügt. Genannt werden: "Persönlichkeit entfalten, Gemeinschaft in Leben und Glauben aufbauen, Mitverantwortung und Mitgestaltung einüben."<ref>Josef Stimpfle, ''Erklärung des Bischofs von Augsburg zur Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE)'', in ''Amtsblatt für die Diözese Augsburg'', 15. April 1992.</ref>
  
Am 26.8.2003 wird der Dachverband der KPE, die [[UIGSE-FSE]] als "internationale private Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts" duch den Päpstlichen Rat für die Laien offiziell anerkannt.
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1994 nahm die KPE am 2. Eurojam bei Viterbo in Italien teil (7500 Pfadfindern). Im gleichen Jahr fand mit 2000 Teilnehmern das 1. Euromoot der Ranger- und Roverstufe bei Le Puy-en-Velay in Frankreich statt.
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Ebenso im Jahr 1994 sendete der Südwestfunk erstmals den Spielfilm „Himmel und Hölle“, der auf Vorgängen in der KPE basieren soll. Die Authentizität des Filmes ist allerdings fraglich, da ein strafbewehrtes Urteil des Landgerichts Stuttgart (Az. 17 O 190/96) gegen den Filmproduzenten ausgesprochen wurde und der Bezug zwischen dem Film und der KPE seither nicht mehr hergestellt werden darf. Auch die Diözese Augsburg hat die KPE in einer Presseerklärung offiziell in Schutz genommen und sich "nachdrücklich gegen die in verschiedenen Medien erhobenen Vorwürfe und Unterstellungen gegen (...) die jungen Menschen in der KPE" gewandt.<ref>Bischöfliche Pressestelle Augsburg, ''Stellungnahme zum Film "Himmel und Hölle" von Hans-Christian Schmid'', 22. Dezember 1994.</ref> Trotzdem wurde die KPE infolge des Filmes massiv in der Presse angegriffen.
  
Als im Sommer 2004 Presseberichte über eine Verbindung zwischen der KPE, der SJM und den Vorfällen im Priesterseminar von Sankt Pölten veröffentlicht wurden distanzierte sich die Deutsche Bischofskonferenz nach einer Anfrage der ARD-Sendung Monitor (Fernsehmagazin) offiziell von der KPE. Die Redaktion erhielt die Antwort, dass die KPE kein "offiziell anerkannter [[Jugendverband]]" ist, also nicht im BDKJ organisiert ist. Da die KPE-Gruppen länder- bzw. diözesenweise organisiert sind, besteht der Kontakt auch nicht zur überregionalen deutschen Bischofskonferenz, sondern jeweils zu den Ordinariaten der jeweiligen Diözese.
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1997 fand das 11. ordentliche Bundesthing statt. Edeltraut Wessler wurde zur neuen Bundesmeisterin gewählt.  
  
Ende 2004 verließen mehrere Gruppen und große Teile der bisherigen Bundesführung die KPE-Ö, da ihrer Meinung nach der deutsche Verband – insbesondere Andreas Hönisch – versuchte größeren Einfluss in der österreichischen Organisation zu gewinnen.
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Am 22. Februar 2002 führte die KPE zum ersten Mal den Singe- und Instrumentalwettstreit ''[http://www.neuulmer-singewettstreit.de Neu-Ulmer Meistersinger]'' durch. Seither fand die Veranstaltung jedes Jahr im Frühjahr im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm statt. Zum Wettstreit sind Pfadfindergruppen aus allen Verbänden eingeladen.<ref>Homepage der Neu-Ulmer Meistersänger, [http://www.neuulmer-singewettstreit.de], abgerufen am 10. Januar 2014.</ref>
  
Im August 2007 nehmen ca. 80 Pfadfinderinnen und Pfadfinder an dem internationalen Treffen [[Euromoot]] (insgesamt ca. 3000 Teilnehmer) in der Slowakei  und Polen teil.
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2003 bestätigte der Vatikan die UIGSE als Laienorganisation.
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Als im Sommer 2004 Presseberichte über eine mögliche Verbindung zwischen der KPE, den SJM und den Vorfällen im Priesterseminar von Sankt Pölten veröffentlicht wurden, distanzierte sich die Deutsche Bischofskonferenz laut Aussage der ARD-Sendung Monitor von der KPE. Die Redaktion erhielt die Antwort, die KPE sei kein „offiziell anerkannter Jugendverband“.<ref name="Monitor">Monitor, [http://www.wdr.de/tv/monitor/extra/rueckblick/pdf/040722e_kpe.pdf] (22. Juli 2004), abgerufen am 10. Januar 2014.</ref>
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Ende 2004 verließen zwei Gruppen und drei Mitglieder der bisherigen Bundesführung die KPE-Ö, da ihrer Meinung nach der deutsche Verband – insbesondere Andreas Hönisch – versuchte, größeren Einfluss in der österreichischen Organisation zu gewinnen.<ref>st.josef.at, [http://www.stjosef.at/stjosefnews/print.php?lang=de&layout=newsneu&newsnr=1621] (10. Januar 2005), abgerufen am 10. Januar 2014.</ref>
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2005 wählte das 15. ordentliche Bundesthing der KPE Martin Hafner als Bundesfeldmeister und damit als Nachfolger von Günther Walter, der seit der Gründung 1976 dieses Amt innehatte.
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2007 nahm die KPE am 2. Euromoot der [[UIGSE]] im [Tatragebirge und nach Tschenstochau teil.
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2009 wurde vom Bundesthing Hanni Christoph als neue Bundesmeisterin, P. Paul Schindele als neuer Bundeskurat gewählt.
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2011 übernahm Thomas Rieger als Bundesfeldmeister die Führung das Jungenbundes der KPE.
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Am 7. Oktober 2012 wurde Martin Hafner zum Commisair Federal der [[UIGSE]], dem europäischen Dachverband der KPE, gewählt.<ref> ''KPE'ler übernimmt Verantwortung auf Europaebene.'' In: ''Die Spur'' Nr. 136 / Dezember 2012, 54.</ref>
  
 
==Kritik an der KPE==
 
==Kritik an der KPE==

Version vom 10. Februar 2014, 13:25 Uhr

Vorlage:VerbandVorlage:Verband Die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) ist ein deutscher katholischer Pfadfinderbund mit etwa 2.500 Mitglieder.<ref>Der Große Pauli. Pfadfinderbünde und –verbände in Deutschland, Band 2. Spurbuchverlag, Baunach 2012, S. 78.</ref> Sie ist Mitglied der Union Internationale des Guides et Scouts d'Europe (UIGSE). Innerhalb dieses Dachverbandes existiert auch ein österreichischer Verband, der den Namen Katholische Pfadfinderschaft Europas - Österreich (KPE-Ö) führt und in seiner Arbeit der deutschen Organisation nahe steht. Der österreichische Verband ist seit September 1989 Mitglied der UIGSE.

Eng mit der KPE verbunden ist der päpstlich anerkannte und zur Jugendseelsorge beauftragte Ordensgemeinschaft Diener Jesu und Mariens (Servi Jesu et Mariae – SJM).

Sowohl innerhalb der deutschen katholischen Kirche als auch in der deutschen Pfadfinderbewegung gibt es zahlreiche Kritiker der KPE, die sich unter anderem auf die Glaubensvermittlung innerhalb der KPE, die Einbindung in katholisch-fundamentalistische Netzwerke und die Abkapselung gegenüber anderen Gruppen beziehen. Sie rechnen die KPE häufig dem katholischen Fundamentalismus zu.

Vom heiligen Stuhl ist die KPE aber als "internationale private Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts" im Rahmen ihres Dachverbandes offiziell anerkannt.

Selbstdarstellung

Auf ihrer Homepage beschreibt die KPE ihre Arbeit wie folgt:

"Mit der pfadfinderischen Erziehung fördern wir Mädchen und Jungen ganzheitlich. So können sie verantwortungsvolle, christliche Persönlichkeiten werden, die ihre Fähigkeiten und Talente entfalten, ihr Leben aus der Kraft des Glaubens gestalten und Verantwortung für Gesellschaft und Kirche übernehmen."<ref>Katholische Pfadfinderschaft Europas: Unser Ziel, abgerufen am 11. Dezember 2013</ref>

Die Bundesordnung nennt konkret fünf Ziele, welche die KPE mit ihrer Jugendarbeit erreichen will:

  1. körperliche Entwicklung,
  2. handwerkliche Geschicklichkeit und Sinn für das Konkrete
  3. Bildung des Charakters und der Persönlichkeit
  4. Sinn für Nächstenliebe und den Dienst am Nächsten
  5. Sinn für Gott und die christliche Erziehung.<ref>Katholische Pfadfinderschaft Europas, Bundesordnung Nr. 1.2, abgerufen am 11. Dezember 2013.</ref>

Über die Beziehung zu anderen Verbänden heißt es, man "möchte mit den anderen Verbänden, Bünden und Bewegungen des christlichen und nicht-christlichen Pfadfinder- und Pfadfinderinnentums, freundliche und brüderliche Beziehungen unterhalten, um gemeinsam im Geiste Baden-Powells und im Rahmen seines ursprünglichen erzieherischen Konzepts eine gerechtere und brüderliche Gesellschaft zu errichten."<ref>Katholische Pfadfinderschaft Europas, Eigendarstellung und erzieherisches Ziel, Nr. 1.1, abgerufen am 11. Dezember 2013.</ref>

Geschichte

Pfadfinderinnen während einer Gruppenstunde, 1990.

Die KPE wurde am 15. Februar 1976 gegründet. Ihre Gründer kamen aus der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), hatten diese aber verlassen, da dort ihrer Meinung nach sowohl Pfadfinderarbeit als auch Glaubensleben wegen der Reformen der 1960er und 1970er Jahre vernachlässigt wurden; vergleichbare Kritik wurde auch am Bund der Deutschen Katholischen Jugend geübt.<ref>Andreas Hönisch, Liebe Freunde von Pfadfinder Mariens, Bd. 1., Meckenheim 2001, S. 5f.</ref> Maßgeblich an der Gründung beteiligt waren Günther Walter und P. Andreas Hönisch. Letzterer war bis zu seinem Tod am 25. Januar 2008 Bundeskurat der KPE und Superior der Diener Jesu und Mariens (SJM]. Günther Walter hatte lange Zeit das Amt des Bundesfeldmeisters der KPE inne.

1977 nahm die Fédération du Scoutisme Européen (FSE), der Vorgänger der UIGSE, die KPE als Vollmitglied auf.

Seit 1977 war die KPE Mitglied im Deutschen Pfadfinderring, in dem außerdem der Deutsche Pfadfinderverband und die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands vertreten waren. 1996 hat sich der Deutsche Pfadfinderring aufgelöst.

1980 wurde dem Dachverband der KPE, der UIGSE, der Beraterstatus beim Europarat als regierungsunabhängige, internationale Jugendorganisation zuerkannt.

1981 wurde Gisela Scholtissek auf dem dritten ordentlichen Bundesthing zur Bundesmeisterin der KPE gewählt.

1984 nahm die KPE am 1. Eurojam der UIGSE bei Châteauroux in Frankreich mit 5.000 PfadfinderInnen teil.

1986 verließen einige Gruppen die KPE wegen zu starrer Strukturen und gründeten einen eigenen Pfadfinderbund, die Europapfadfinder Sankt Michael.

Im Bistum Augsburg wurde die KPE 1992 von Bischof Josef Stimpfle als kirchliche Jugendgemeinschaft anerkannt. Das Dekret bestätigt, dass sich der spezifischer Charakter der KPE in die grundlegenden Ziele der diözesanen Jugendarbeit einfügt. Genannt werden: "Persönlichkeit entfalten, Gemeinschaft in Leben und Glauben aufbauen, Mitverantwortung und Mitgestaltung einüben."<ref>Josef Stimpfle, Erklärung des Bischofs von Augsburg zur Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE), in Amtsblatt für die Diözese Augsburg, 15. April 1992.</ref>

1994 nahm die KPE am 2. Eurojam bei Viterbo in Italien teil (7500 Pfadfindern). Im gleichen Jahr fand mit 2000 Teilnehmern das 1. Euromoot der Ranger- und Roverstufe bei Le Puy-en-Velay in Frankreich statt.

Ebenso im Jahr 1994 sendete der Südwestfunk erstmals den Spielfilm „Himmel und Hölle“, der auf Vorgängen in der KPE basieren soll. Die Authentizität des Filmes ist allerdings fraglich, da ein strafbewehrtes Urteil des Landgerichts Stuttgart (Az. 17 O 190/96) gegen den Filmproduzenten ausgesprochen wurde und der Bezug zwischen dem Film und der KPE seither nicht mehr hergestellt werden darf. Auch die Diözese Augsburg hat die KPE in einer Presseerklärung offiziell in Schutz genommen und sich "nachdrücklich gegen die in verschiedenen Medien erhobenen Vorwürfe und Unterstellungen gegen (...) die jungen Menschen in der KPE" gewandt.<ref>Bischöfliche Pressestelle Augsburg, Stellungnahme zum Film "Himmel und Hölle" von Hans-Christian Schmid, 22. Dezember 1994.</ref> Trotzdem wurde die KPE infolge des Filmes massiv in der Presse angegriffen.

1997 fand das 11. ordentliche Bundesthing statt. Edeltraut Wessler wurde zur neuen Bundesmeisterin gewählt.

Am 22. Februar 2002 führte die KPE zum ersten Mal den Singe- und Instrumentalwettstreit Neu-Ulmer Meistersinger durch. Seither fand die Veranstaltung jedes Jahr im Frühjahr im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm statt. Zum Wettstreit sind Pfadfindergruppen aus allen Verbänden eingeladen.<ref>Homepage der Neu-Ulmer Meistersänger, [1], abgerufen am 10. Januar 2014.</ref>

2003 bestätigte der Vatikan die UIGSE als Laienorganisation.

Als im Sommer 2004 Presseberichte über eine mögliche Verbindung zwischen der KPE, den SJM und den Vorfällen im Priesterseminar von Sankt Pölten veröffentlicht wurden, distanzierte sich die Deutsche Bischofskonferenz laut Aussage der ARD-Sendung Monitor von der KPE. Die Redaktion erhielt die Antwort, die KPE sei kein „offiziell anerkannter Jugendverband“.<ref name="Monitor">Monitor, [2] (22. Juli 2004), abgerufen am 10. Januar 2014.</ref>

Ende 2004 verließen zwei Gruppen und drei Mitglieder der bisherigen Bundesführung die KPE-Ö, da ihrer Meinung nach der deutsche Verband – insbesondere Andreas Hönisch – versuchte, größeren Einfluss in der österreichischen Organisation zu gewinnen.<ref>st.josef.at, [3] (10. Januar 2005), abgerufen am 10. Januar 2014.</ref>

2005 wählte das 15. ordentliche Bundesthing der KPE Martin Hafner als Bundesfeldmeister und damit als Nachfolger von Günther Walter, der seit der Gründung 1976 dieses Amt innehatte.

2007 nahm die KPE am 2. Euromoot der UIGSE im [Tatragebirge und nach Tschenstochau teil.

2009 wurde vom Bundesthing Hanni Christoph als neue Bundesmeisterin, P. Paul Schindele als neuer Bundeskurat gewählt.

2011 übernahm Thomas Rieger als Bundesfeldmeister die Führung das Jungenbundes der KPE.

Am 7. Oktober 2012 wurde Martin Hafner zum Commisair Federal der UIGSE, dem europäischen Dachverband der KPE, gewählt.<ref> KPE'ler übernimmt Verantwortung auf Europaebene. In: Die Spur Nr. 136 / Dezember 2012, 54.</ref>

Kritik an der KPE

Die Kritik an der KPE betrifft im Wesentlichen drei Punkte, nämlich

  • die Formen der Glaubensvermittlung,
  • die Zusammenarbeit mit katholisch-fundamentalistischen Gruppen
  • und die Abkapselung von der restlichen Umwelt.

Die Vermittlung von Glaubensinhalten betreffend, wird der KPE vorgeworfen, dass sie auf ihre Mitglieder Zwang ausübe, sich an religiösen Übungen zu beteiligen. Dies betreffe insbesondere die Aufforderung zum regelmäßigen Besuch von Beichte und heiliger Messe. Teilweise würden außerdem jüngeren Pfadfindern Schreckensbilder der Hölle geschildert. Auch die sehr intensive Verehrung der Gottesmutter Maria wird - obwohl von Papst und Kirche empfohlen - kritisiert. Durch die Bundesführung angeregte Mahnwachen vor Abtreibungskliniken und Sühneprozessionen gegen aus ihrer Sicht blasphemische Filme runden für die Kritiker das Bild ab.

Als Beleg für die Einbindung in einen katholisch-fundamentalistischen Zusammenhang wird vor allem die SJM genannt, die mit konservativen katholischen Gruppen, unter anderem der Priesterbruderschaft St. Petrus, der Aktion Leben und Una Voce, zusammenarbeitet. Ihnen werden Kontakte zu Lefebvre-Anhängern und dem Engelwerk nachgesagt.

Insbesondere aus der Pfadfinderbewegung wird die starke Abschottung der KPE gegenüber anderen Gruppen kritisiert. Bis in die 1990er Jahre nahm die KPE noch an verschiedenen gemeinsamen Veranstaltungen teil oder führte sie selbst durch. Seitdem hat sich die KPE als Verband nahezu vollständig aus der deutschen Pfadfinderbewegung zurückgezogen, nur wenige Gruppen halten noch Kontakt zu der KPE nahe stehenden Pfadfindern (beispielsweise ESM, EPE).

Schriften

"Pfadfinder Mariens": Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich und richtet sich an Eltern und Freunde der KPE.

"Spur": Jugendzeitschrift der KPE: Berichte aus den Gruppen, Landesverbänden,Bund und dem Dachverband UIGSE, Tips für die Gruppenstunden, Spielideen, Pfadfinderwissen, Pfadfindertechnik, Pfadfindergeschichte, Rätsel, Grundlegendes für den Bund (Geschichte des Bundes, Kluft, Tracht...), Artikel zu Religion, Kirche, Pädagogik, Pfadfinderpädagogik, Geschichte.

"Jugendkurier": Zeitschrift der KPE-Österreich: Berichte aus den Gruppen, Bund und dem Dachverband UIGSE, Tips für die Gruppenstunden, Spielideen, Pfadfinderwissen, Pfadfindertechnik, Pfadfindergeschichte, Rätsel, Grundlegendes für den Bund (Geschichte des Bundes, Kluft, Tracht...), Artikel zu Religion, Kirche, Pädagogik, Pfadfinderpädagogik, Geschichte mit Dschungelpost: Beilage für Wölflinge.

Dr. Alfred Pokorn, Günther Walter: Pfadfinderhandbuch, 221 Seiten: Pfadfindertechnik und Pfadfinderwissen

Günther Walter: Deine Sippe, Kornett

Bundesführung der KPE: Zeremoniell für die Wölflings-,Pfadfinder-/Pfadfinderinnen-und Rover/Ranger-Stufe.

Bundesführung der KPE (Hrsg.): Raider und Rover, 1. Auflage 1991, 63 Seiten, nach dem französischen „Livret du Pilot“ bearbeitet von Günther Walter, ISBN 3-924413-07-X

Der Weg durch den Dschungel-Erprobungen für die Wölflingsstufe

Die Sippe ruft dich

Lieder für Rover

Spuren zum Ziel-Erprobungen der Pfadfinderstufe

Die Pfadfinderliteratur der KPE erscheint im Verlag des Ordens SJM ([4]). In diesem Verlag erschien auch das Buch Otto Maier:"Ganz sicher nicht katholisch-Ein Weißbuch der BDKJ und seine Mitgliedsverbände" (325 Seiten,1.Auflage 1997 ISBN 3-93426-00-2). Dieses Buch kann als Kampfschrift gegen den BDKJ und die DPSG gesehen werden.

Literatur

  • Andreas Hönisch: Liebe Freunde von Pfadfinder Mariens. 1. Band. SJM-Verlag, Meckenheim 2001. ISBN 3-932426-20-7
  • Bundesvorstand der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (Hrsg.): Arbeitspapier mit Dokumenten zum Phänomen der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“ (KPE) sowie zu neueren Entwicklungen im Spektrum katholischer Splittergruppen. Georgs-Verlag, Neuss 1994
  • Hans Gasper: Priesterbruderschaft St. Petrus, Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE), Servi Jesu et Mariae (SJM). Impulse für die pastorale Arbeit Nr. 19, Wien (Pastoralamt) 1995

Weblinks


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Einzelnachweise

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