Kluft

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Version vom 26. Februar 2008, 21:44 Uhr von Chisum (Diskussion | Beiträge) (Die Kluft der DPSG)

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Als Kluft, Uniform, Tracht oder Tenue wird die typische Pfadfinderbekleidung bezeichnet. Die Bekleidung zeichnet sich dabei durch einen besonderen Erkennungswert, hohen praktischen Nutzen und eine starke Orientierung an der Pfadfindertradition aus. Die jeweils verwendete Bezeichnung ist regional oder verbandsmäßig unterschiedlich, ebenso die Gestaltung der Pfadfinderbekleidung im Einzelnen. Trotz der z.T. deutlichen Unterschiede sind dennoch Pfadfinder in ihrer Kleidung schnell als solche zu erkennen.

Aufgrund des Verbreitungs- und Bekanntheitsgrades der verschiedenen Begriffe wird hier forthin der Begriff Kluft verwendet, was nur der Vereinfachung dient und keine Wertung oder Gewichtung darstellt. Die anderen Begriffe sind gleichwertig danebengestellt. Allerdings ist besonders in Deutschland die Verwendung von Uniform vielerorts verpönt, wegen der Geschichte und dem speziell deutschen Umgang damit hat diese Bezeichnung einen meist nicht willkommenen Beigeschmack. Zudem wird befürchtet, daß schnell der Vergleich mit (para)militärischen Organisationen naheliegt und jener gute Argumente gegen Pfadfinder liefert. Paradoxerweise bestehen solche Vorbehalte nicht bei der Bezeichnung der einheitlichen Kleidung anderer Organisationen (z.B. Feuerwehr-Uniform).


Geschichte

Lord Baden-Powell gründete in der Folge des Burenkriegs eine berittene Polizei in Südafrika. In den Strukturen und Ausbildungsinhalten dieser Polizei sammelte sich viel aus Baden-Powells Erfahrung, die später auch Eingang in die Pfadfinderbewegung fand. Ebenfalls für die Polizeistaffel führte Baden Powell eine Uniform ein, die den Charakter der Polizei als Ordnungseinheit unterstreichen und die Distanz zu einer militärischen Kampftruppe verdeutlichen soll: Ein khakifarbenes Hemd mit Krawatte und breitrandigem Cowboyhut. Diese Uniform war Vorbild und Urmuster für die Kluft der Pfadfinderbewegung.


Motivation

Schon Baden-Powell war es ein Dorn im Auge, dass die Menschen je nach ihrem sozialen Stand unterschiedlich behandelt wurden. Da man den sozialen Stand und Reichtum vor allem am Äußeren, der Kleidung eines Menschen ablesen kann, war für ihn klar, dass in der Pfadfinderbewegung das nicht möglich sein sollte. Als Pfadfinder sollen alle Menschen gleich behandelt werden, gleich ihres Aussehens, Alters oder Standes. Die Konsequenz daraus war ein funktionstüchtiges Hemd, das alle Pfadfinder tragen sollten, und es so unmöglich machen würde, soziale Unterschiede zu sehen. Daneben soll durch die Kluft die Einheit der Pfadfinder nach außen kenntlich gemacht, und die innere Gemeinschaft gestärkt werden.

Die Einheit zwischen den Pfadfindern wird auch durch einen regen Tauschhandel gelebt: Auf Pow Wows, Jamborees und anderen Großveranstaltungen werden geschlossene Freundschaften durch den Austausch von Halstüchern oder Aufnäher und Abzeichen besiegelt, die so ein wertvolles Erinnerungsstück werden. Als Erinnerungsstücke sind sie deshalb auch nicht Bestandteil der eigenen Kluft, und werden nicht auf der eigenen Kluft getragen.


Gemeinsamkeiten und Unterschiede

In allen Pfadfinderschaften einheitlich ist die Verwendung eines einheitlichen Fahrtenhemds, auf dem Aufnäher für Dienste und Ränge, erreichte Stufen oder teilgenommene Großveranstaltungen und Fahrten aufgenäht werden. Weit verbreitet ist die zusätzliche Verwendung eines Halstuchs sowie einer Kopfbedeckung in Form eines Pfadfinderhuts (z.B. die legendäre "Zitronenpresse"), oder eines Baretts. In verschiedenen Verbänden wird die Kluft ergänzt durch Gürtel, Jacke und Hose.

Unterschiede finden sich vor allem in der Farbwahl von Hemd und Halstuch, und in der Symbolik der Rang- und Dienstabzeichen bzw. Altersstufen. Khaki als Hemdfarbe ist nicht mehr die typische Kuftfarbe, viele Pfadfinderschaften wechseln teilweise die Farbe der Uniform oder des Halstuchs auch je nach Stufe oder Rang des Pfadfinders. Die detailliertere Beschreibung findet sich in den entsprechenden Unterkapitel.


Die Kluft in den verschiedenen Pfadfinderschaften

Nachfolgend eine kurze Beschreibung der Kluft, wie sie in den verschiedenen Pfadfinderschaften verwendet wird. Für eingehendere Details und die Veränderung im Lauf der Zeit bieten die homepages der Pfadfinderschaften weitere Informationen.


Die Kluft des BdP

Kluft im BdP (aus Wikipedia)

Die BdP Kluft besteht aus einem blauen Hemd / einer blauen Bluse mit Bundeszeichen sowie dem Halstuch: dem gelben (für die Wölflinge) bzw. dem blauen mit gold-gelbem Randstreifen (für Sipplinge und Ranger+Rover). Getragen wird das Halstuch mit dem BdP Lederknoten oder dem Stammesknoten, von einigen auch ohne Knoten, sprich als sogenannte Affenschaukel. Das Bundeszeichen (Lilie auf Kleeblatt, BdP-Lilie) wird auf der linken Brusttasche getragen. Ranger und Rover tragen außerdem das R/R-Abzeichen (Raute mit rotem und blauen R) im Winkel des Halstuches. Auf Auslandsfahrten oder bei internationalen Begegnungen wird das Deutschlandband mit Europafahne über der linken oder rechten Brusttasche angebracht. Das Stammes- bzw. Horstwappen wird teilweise auf dem linken und teilweise auf dem rechten Arm getragen. Wahlweise können dann noch Lager- oder Fahrtenabzeichen auf oder über der rechten Brusttasche und das WAGGGS oder WOSM Abzeichen auf dem Ärmel angebracht werden.

Sehr gerne benutzt wird die Juja oder auch die Takelbluse, wo man auf der rechten Seite der Rückentasche/Kapuze Fahrtenabzeichen und auf der Linken das Stammes- bzw. Horstabzeichen anbringen kann. Dies alles (bis auf Hemdfarbe, Halstücher und Lilie) wird von den Stämmen immer noch recht unterschiedlich gehandhabt, ein deutliches Zeichen dafür, dass der BdP ein Bund aus Stämmen der unterschiedlichsten Traditionen ist. Manche Stämme tragen auf der Kluft generell keine Fahrtenabzeichen, sondern machen sie nur auf die Juja oder es kann auch beschlossen werden dass im Stamm WAGGGS und WOSM Lilien getragen werden, hier gibt der Bund lediglich Vorgaben, wenn es getragen wird, wo.

Die Kluft wird in vielen Stämmen bei allen Pfadfinderaktivitäten getragen, selbst wenn sich der Stammesrat trifft: im BdP ist es üblich, die Kluft zu tragen, wenn man als Pfadfinder / Pfadfinderin unterwegs ist. Also auch zu den Gruppenstunden bzw. zu allen anderen Treffen und Aktivitäten.

(Quellen: BdP Bundesordnung und umfangreiche Kenntnisse des Bundes)


Die Tracht der CPD

entspricht dem Lager- und Fahrtenleben und wird bei allen Pfadfinderveranstaltungen getragen. Die Tracht ist wichtiges äußeres Merkmal unserer Gemeinschaft und Ausdruck unserer inneren Haltung.

Sie besteht aus:

dem Grauhemd mit Kreuzlilienaufnäher auf der linken Brusttasche (Befestigung ohne weißen Rand 2 cm oberhalb des unteren Taschenrandes), darüber kann das Deutschlandband getragen werden, dem blauen Halstuch, das unter dem Kragen getragen wird, mit Halstuchring. Zur Tracht wird getragen: Hose oder Rock in gedeckten Farben, Juja. (Auszug Bundesordnung der CPD)

Ständenadeln werden direkt über der CP-Lilie getragen. Dass das Hemd in der Hose bzw. im Rock getragen wird, legt die Bundesordnung nicht explizit fest, wird jedoch von allen so gehandhabt. In den Gauen und Stämmen gibt es unterschiedliche Regelungen, ob weitere Abzeichen auf der Kluft getragen werden; in manchen Gauen ist es üblich, nur ein evt. vorhandenes Stammesabzeichen aufzunähen. Als Hosen sind Leder- und Zunfthosen sehr beliebt, als Kopfbedeckung werden vereinzelnt Barett oder Pfadfinderhut getragen.

Die Kluft des DPB

Die Kluft des Deutschen Pfadfinderbundes besteht aus einem blauen Fahrtenhemd. Auf der linken Schulter befindet sich das jeweilige Gruppenwappen. Auf der linken Brusttasche wird, je nach Stand‚ die Wölflings- oder die Bundeslilie getragen. Um den Hals trägt man das grau-rote Halstuch und ebenfalls je nach Stand eine rote, graue oder weiße Kordel. Ebenfalls zur Kluft gehört die Jungenschaftsjacke (auch Juja genannt), eine grobe, dunkelblaue oder schwarze Wolljacke.


Die Kluft der DPSG

Kluft in der DPSG. Das Sippen- bzw. Meutenabzeichen ist hier durch den DPSG-Aufnäher ersetzt.
Kluft in der DPSG

Die Kluft der DPSG besteht aus dem sandfarbenen Hemd, dem Halstuch mit Knoten sowie dem Pfadfindergürtel.

Auf das Hemd gehören offiziell die folgenden Aufnäher:

  • die Weltbundlilie des WOSM, die die Zugehörigkeit zur Weltpfadfinderbewegung kennzeichnet, auf der rechten Brusttaschenklappe
  • die Stufenlilie bzw. der Wolfskopf, die die Zugehörigkeit zu einer der Altersstufen kennzeichnen auf der linken Brusttaschenklappe; es wird häufig erst beim Ablegen des Versprechens übergeben
  • das Nationalitätenabzeichen über der linken Brusttasche

Darüber hinaus können -je nach Tradition des Stammes- noch weitere Abzeichen getragen werden:

  • ein Sippen- oder Meuteabzeichen
  • Aktionsaufnäher, die es oft bei größeren Aktionen gibt
  • in einigen Stämmen ein Stammesabzeichen
  • in einigen Bezirken ein Bezirksabzeichen
  • Abzeichen von befreudeten Gruppen / Stämmen / Lagerplätzen / Jubiläen etc.

Die Positionen der Aufnäher, wie auch das Tragen der Kluft insgesamt, werden von den einzelnen Stämmen unterschiedlich streng gehandhabt.

Der Pfadfinderhut gehört heute nicht mehr zur Kluft. Die Kluft wird in vielen Stämmen nur zu besonderen Anlässen, z.B. zu Gottesdiensten oder Versprechensfeiern getragen. Es gibt auch Stämme, die das Klufthemd ganz ablehnen und nur das Halstuch tragen.

Die Tenue des PBS

siehe Tenue und Abzeichen des PBS

Die Kluft des VCP

Die Pfadfindertracht des VCP besteht aus dem hellgrauen Hemd bzw. der hellgrauen Bluse, dem blauen Halstuch - mit einem Halstuchring getragen - sowie dem VCP-Abzeichen auf der linken Brusttasche.

Außerdem werden folgende Abzeichen empfohlen: Deutschlandband (mitten über der Patte der linken Brusttasche) und Webzeichen des jeweiligen Weltverbandes für Mädchen oder Jungen auf dem linken Ärmel. Zuweilen sind Lagerabzeichen oder Webzeichen für die Teilnahme an irgendwelchen Aktionen (z.B. Landeslager, Bundeslager, Jamboree) zugelassen. Es darf immer das "aktuellste " Abzeichen getragen werden. Ausserdem tragen manche VCP Stämme Stammesabzeichen obwohl dies nicht in der Trachtordnung erwähnt ist.

Getauschte Abzeichen und Halstücher sind ganz tolle Lagererinnerungen, doch sie sind keine Bestandteile unserer Tracht. Pfeifenschnüre, Kompaßkordel und was es sonst noch alles gibt, entsprechen nicht unserer Art und haben daher an der Tracht nichts zu suchen. Unsere Tracht ist eine Lager- und Fahrtenbekleidung. Sie ist Ausdruck einer Gemeinschaft, in welche sich der einzelne Träger durch Ablegen des Pfadfinderversprechens einordnet. Darum gehört die Tracht dahin, wo diese Gemeinschaft deutlich werden soll, also auf Fahrt und Lager, zu Treffen, Aktionen in der Öffentlichkeit, Stammesversammlungen, Elternabende u.s.w.

Andere Kleidungsstücke des VCP sind :

  • eine Jungenschaftsjacke (nach Entscheidung der örtlichen Gruppen)
  • der VCP Pullover mit dem VCP-Zeichen
  • das VCP T-Shirt mit dem VCP-Zeichen
  • das Poloshirt des VCP
  • und noch viel mehr ...

Weblinks

Bezugsquellen