Raffball

Aus Scout-o-wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Raffball ist eine Sportart, die vor einigen Jahren von Pfadfindern aus Neumarkt (Bayern) erfunden wurde. Es ist eine Mischung aus Fußball, Rugby, Streetball und Handball. Dass es ein von Pfadfindern erfundenes Spiel ist, zeigt sich vor allem daran, dass – obwohl es das Tackeln des Rugby übernimmt – eine rohe oder gar gewalttätige Spielweise absolut abgelehnt wird.

Das Spiel und seine wichtigsten Regeln

  • Raffball lässt sich am besten auf einem Rasenplatz (od. Wiese) spielen, da Stürze hier am wenigsten Schmerzen bereiten. Aber auch ein Ascheplatz ist als Untergrund ok. Das Spielfeld besteht aus zwei Mannschaftsfeldern, in denen die Spieler sich vor dem Anpfiff befinden; dazwischen befindet sich das Mittelfeld. Um das einzige Tor (2m hoch, 6m breit) ist ein Halbkreis gezeichnet, der die sog. Zone umschließt.
Das Raffballfeld
  • Als Spielgerät dient beim Raffball ein Ball. Dies sollte nach Möglichkeit (wegen des guten Handlings) ein Netball sein. Aber auch ein normaler Fußball reicht aus (aber das Werfen ist weniger komfortabel). Es ist erlaubt, den Ball sowohl mit der Hand, als auch am Fuß zu führen. Auch Tore dürfen auf beide Arten erzielt werden. Spieler, die den Ball am Fuß führen, dürfen nicht getackelt werden.
  • Eine Mannschaft besteht aus höchstens 6 Feldspielern und 3 Auswechselspielern. In jedem Team sind Frauen und Männer möglichst gleichstark vertreten. Es müssen mindestens ein Mann und mindestens eine Frau des Teams auf dem Feld stehen. Jede Mannschaft benötigt einen Teamchef, der die Mannschaft nach außen vertritt. Der Häuptling kann selbst am Spiel teilnehmen.
  • Der Torwart ist unparteiisch und hütet das Tor gegen alle Angriffe. Er besitzt das Recht bei Übertretungen der Zonenmarkierung den Freekick anzusetzen und bei Fouls das Spiel zu stoppen, um den Schiedsrichter zu informieren. Es ist verboten, den Torwart körperlich zu attackieren. Er darf während dem Spiel die Zone nicht verlassen.
  • Der Schiedsrichter ist die Person, die das Spiel leitet. Er gibt vor jedem Abstoß den Ball frei und unterbricht das Spiel oder beendet das Spiel (durch An- und Abpfiff). Er kann Strafen aussprechen, den Freekick ansetzen und beurteilt die Gültigkeit der Tore. Er hält während des Spiels Rücksprache mit dem Torwart und mit seinem „Auge“, seine Entscheidungen sind jedoch unanfechtbar. Idealerweise kommt er aus einer der nicht-spielenden Mannschaften, kann aber auch von einem der spielenden Teams gestellt werden.
  • Als Auge wird ein unparteiischer Spielbeobachter bezeichnet, der für den Schiedsrichter den Körpereinsatz der Spieler beobachtet. Das Auge hat das Recht bei groben Körperfouls das Spiel zu unterbrechen und diese dem Schiedsrichter zu melden.
  • Vom Anpfiff des Schiedsrichters bis zum Abpfiff dauert bei Turnieren jede Halbzeit 12 Minuten. Dazwischen liegt eine Pause von ca. 5 Minuten. Nach der Halbzeitpause tauschen die Mannschaften ihre Mannschaftsfelder. Es wird angepfiffen und beendet durch den Schiedsrichter.
  • Ein Spielzug beginnt mit dem Anpfiff durch den Schiedsrichter. Er endet mit einem Tor oder einem Ausspiel hinter die Torlinie. Direkt auf den Anpfiff erfolgt der Abstoß (oder Wurf) des Torwartes. Er sollte möglichst in die Mitte des Spielfeldes erfolgen, da so beide Mannschaften eine gleich hohe Chance haben, an den Ball zu gelangen. Der Abstoß (Wurf) kann sowohl lang, als auch kurz erfolgen.
  • Vor dem Abschlag des Torwartes müssen beide Mannschaften hinter der Linie ihres Mannschaftsfeldes sein. Ein vorzeitiges Verlassen des Mannschaftsfeldes wird durch ein Freekick geahndet.
  • Das Tackeln und Festhalten von Spielern ist dann erlaubt, wenn: 1. der getackelte/festgehaltene den Ball in seinem Besitz hat, 2. er ihn nicht am Fuß führt und 3. er nicht oberhalb der Schultern (= high-tackling) oder an den Geschlechtsteilen (= low-tackling) getackelt/festgehalten wird. Frauen dürfen darüber hinaus nicht im Brustbereich getackelt/festgehalten werden. Das Tackeln des Torwartes und des Schiedsrichters ist grundsätzlich nicht erlaubt. Generell gilt, dass das Tackling immer angemessen sein muss. Zu grobes Tackling ist deswegen vor allem bei jüngeren oder schwächeren Spielern verboten.
  • Wird der Ball ins Tor-Aus (Aus hinter der Zone) befördert, stößt der Torwart ab. Wird der Ball an der Linie außerhalb des Tor-Aus ins Aus befördert, stößt die gegnerische Mannschaft den Ball von der Eckfahne ab. Berührt ein Feldspieler den Ball, bevor er ins Aus gelangt, so bekommt generell die gegnerische Mannschaft den Ball und rollt ihn seitlich ein oder führt bei Tor-Aus einen Eckstoß aus. Wird der Ball beim Abstoß vom Torwart direkt ins Aus geschossen oder er kommt vor dem Aus im Mittelfeld auf, so wird der Abstoß vom Torwart wiederholt. Kommt der Ball, bevor er ins Aus geht, in einem Mannschaftsfeld auf, so bekommt die gegnerische Mannschaft den Ball zum Einrollen.
  • Freekick erfolgt beim Verletzen der Zonenregelung und bei schweren Fouls. Beim Freekick wird der Ball auf der Freekickmarkierung abgelegt. Ein Feldspieler der ausführenden Mannschaft steht im Mittelfeld alle anderen Spieler stehen in ihren Mannschaftsfeldern. Der Spielzug kann direkt oder indirekt, per Fuß oder mit der Hand ausgeführt werden. Sobald der Ball die Markierung verlässt, steht das gesamte Spielfeld wieder offen. Unmittelbar nach dem Freekick sind alle Spieler in das Geschehen involviert. Ordentliches Umklammern ist gestattet, bis die Freekicksituation gelöst ist oder der Gegner den Ball hat.
  • Ein Freekick wird aus 15m Entfernung vom Tor mit dem Fuß durchgeführt. Ein Torversuch kann beim Freekick sowohl direkt als auch indirekt erfolgen. Der Freekick wird von demjenigen Spieler ausgeführt, der gefoult wurde. Liegt kein Foul vor, ist die Wahl des Spielers frei.
  • Als Fouls zählen: Bein stellen, Stoßen mit Ellbogen und Knien, Rempeln und Schubsen ohne Abwehrsituation, Schubsen oder Stoßen des Balltragenden, Schlagen, Treten oder derartige Versuche, Festhalten eines freistehenden Spielers außerhalb der Angriffssituation, Hightackling (Griffe an Hals oder Kopf), Brustgriffe bei Frauen. Jedes Foul wird geahndet. Bei deutlichen und schweren Fouls gibt es Freekick, bei minderschweren Vergehen erfolgt Einrollen für die gegnerische Mannschaft! Bei unsportlichem Verhalten verbaler oder körperlicher Art wird der Spieler eine Zeitstrafe von 5 Minuten erhalten. Bei Wiederholung im selben Spiel erfolgt mit sofortiger Gültigkeit ein Spielausschluss und eine Sperrung für mindestens ein weiteres Spiel.
  • Jeder Mannschaft ist es erlaubt, 3 Ersatzspieler während eines Spiels bereit zu halten. Ihr Einsatz unterliegt keiner Beschränkung. Auch im Spiel ausgewechselte Spieler können wieder eingewechselt werden.

Die Philosophie

Im Mittelpunkt des Raffballs steht der Spielspaß und die Freundschaftlichkeit der Mannschaften und ihrer Mitglieder untereinander. Raffball ist eine Sportart, die besonderen Wert auf die Fairness während des Spiels und auch am Spielfeldrand legt. Alles, was diesem Anspruch und dieser Philosophie entgegenläuft wird geächtet und im Spiel mit schweren Strafen sanktioniert. Vor allem jüngere und schwächere Spieler sollen durch diese Regeln geschützt werden. Raffball befindet sich noch in der Entwicklungsphase und ist derzeit weit entfernt davon, vereinsmäßig – geschweige denn professionell – ausgetragen zu werden. Deswegen sind einige Regeln noch offen und insgesamt nicht so ausgereift wie etwa beim Fußball. Da, wo offene Fragen bestehen, sollen sie von den jeweils spielenden Mannschaft gemeinschaftlich geklärt werden.

Die Weltmeisterschaft

Seit 2001 findet alljährlich eine „Weltmeisterschaft“ statt. Vom Aufbau folgt sie dem Beispiel der Fußballweltmeisterschaft und teilt sich in eine Phase von Gruppenspielen und einer k.o. – Runde auf. Die genaue Einteilung richtet sich dabei nach der Anzahl der teilnehmenden Teams. Der amtierende Weltmeister erhält jeweils bis zur nächsten WM den Wanderpokal. Die WM des Jahres 2008 trug der Sieger des Vorjahres, das „1. Raffballteam Feldkirchen“ des Stammes Franz von Sickingen (Neuwied-Feldkirchen), vom 2. – 5. Oktober 2008 im Brexbachtal bei Neuwied aus. Dabei konnten die Feldkircher ihren Titel verteidigen. Weltmeister der Junioren wurde das Team "RC Olsda Sage". Überschattet wurde die WM leider von mehreren ernsthaften Verletzungen.

Weblinks