Robert Baden-Powell: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 25. Mai 2009, 23:32 Uhr

Lord Baden-Powell

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, 1. Baron Baden-Powell of Gilwell (* 22. Februar 1857 in London; † 8. Januar 1941 in Nyeri, Kenia), ist der Gründer der Pfadfinderbewegung. Pfadfinder verwenden häufig auch den Namen BiPi, der aus den Initialen seines Nachnamens abgeleitet ist.

Robert, zwölftes von vierzehn Kindern eines anglikanischen Pfarrers und Hochschulprofessors in Oxford, wurde am 22. Februar 1857 in London geboren. Der Vater starb als Robert drei Jahre alt war. Der Name Smyth sollte an den legendären Abenteurer John Smyth, Captain Ihrer Majestät der Königin von England erinnern, einem berühmten Vorfahren mütterlicherseits.


Werdegang

Kindheit

Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs Robert mit seinen dreizehn Geschwistern bei der Mutter auf, die für ihn zur Vorbildfigur wurde. Von ihr lernte er die Bedeutung der Tugend der Ritterlichkeit und die Bedeutung von Verantwortung. Später wurde Admiral W. Smith, Kartograph und Astronom (Großvater mütterlicherseits) zum Vorbild. Dieser weckte in Robert das Interesse für die Naturforschung. Während seiner Zeit im Internat am bekannten Charterhouse College verbrachte Robert viel Zeit in den nahen Parks und Wäldern um die Natur zu beobachten. Er nannte es die Wissenschaft des Waldes. In den Schulferien ging er mit Freunden oft auf Reisen bis nach Norwegen, orientierte sich an den Sternen und mit Hilfe des Kompass und lagerte im Freien, ernährte sich von selbstgefangenem Fisch der über dem Feuer zubereitet wurde.

Ausbildung

Mit einem mittelmäßigen Abschlußzeugnis verließ Robert das Charterhouse College 1876 und brach mit einer alten Familientradition indem er sich nicht an der Universität von Oxford einschrieb sondern bei der Armee um einen Ausbildungsplatz als Offizier bewarb. Das Aufnahmeexamen legte er als zweitbester Prüfling ab und wurde daraufhin sofort zum Unterleutnant befördert. Da er ein guter Reiter war entschied sich Robert für die Kavallerie.

Militärkarriere

Robert wurde mit seinem Husarenregiment nach Indien verlegt. Dort vertrieb er sich die freie Zeit vor allem im Dschungel um Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Auch als Entertainer begeisterte Robert seine Kameraden. Er organisierte Theateraufführungen und sang selbst komponierte Lieder. Hier kam er auch zu seinem Spitznamen Bi Pi, denn er wurde von vielen Kameraden mit den Initialen seines namens B. P. angesprochen.

Als Roberts Vorgesetzte von seinen Naturkenntnissen und seiner Beobachtungsgabe erfuhren übertrugen sie ihm die Ausbildung der Kundschafter, die Scouts genannt wurden. Ihre Aufgabe war es gegnerische Lager unbemerkt auszukundschaften. Bei der Ausbildung hielt sich Robert nicht an die althergebrachten Methoden des Militärs. Er hielt nicht viel von Drill und versuchte stattdessen seine Scouts für ihre Aufgabe zu gewinnen. Er gab keine Befehle sondern Tips die seine Scouts dazu befähigten selbständige Lösungen für die gestellten Aufgaben zu entwickeln und entgegen der militärischen Tradition des Gehorsams eigene Verantwortung zu übernehmen. Er nannte das Prinzip der Ausbildung Learning by doing. Baden-Powell scheute auch keine Strapazen und machte seinen Scouts alles auch selbst vor wenn es nötig war.

So wird erzählt, dass eine Patrouille erfolglos von einem Auftrag zurückkehrte. Es sei unmöglich die Linien des Gegners zu durchbrechen behaupteten sie. Baden-Powell machte sich daraufhin selbst auf den Weg und schlängelte sich nachts im Gras durch die feindlichen Linien und kundschaftete das Gebiet aus. Zum Beweis, dass er es geschafft hatte versteckte er einen Handschuh im feindlichen Gebiet. Als das Gebiet später eingenommen wurde lag der Handschuh immer noch am Ort, an den ihn Baden-Powell versteckt hatte.

Seine Scouts teilte Baden-Powell bei Einsätzen in kleine Patrouillen von um die fünf Mann. Jede Patrouille hatte einen besonders erfahrenen Scout der die Patrouille anführte.

Es folgte militärische Verwendung in Afrika, dort fiel ihm eine Holzperlenkette des Zulukönigs Dinizulu in die Hände. Die Perlen wurden 1919 und in den folgenden Jahren für die Woodbadge Perlen verwendet.

Nach Westafrika wurde Baden-Powell beordert, um die Ashantiexpedition (1895–1896) zu unterstützen. Das unabhängige Ashantireich war ein politischer Unruheherd zwischen den europäischen Kolonien. Ziel der Expedition war die Festsetzung des Ashanti-Herrschers Prempeh und seiner Familie. Baden-Powells Aufgabe war es, mit einem Korps von Einheimischen den britischen Truppen den Weg von der Küste zur Ashanti-Hauptstadt im Landesinneren zu ebnen. Dazu musste die vorhandene Straße erweitert, Brücken gebaut, Lagerplätze, Forts und Versorgungsdepots angelegt werden. Die Mission verlief erfolgreich: Prempeh wurde von den Briten gefangengenommen und ins Exil geschickt. Baden-Powell schrieb seine Erfahrungen als Buch nieder (The Downfall of Prempeh, 1896).

1896 nahm Baden-Powell an einer Militäroperation gegen die Matabele teil und lernte das Kuduhorn als Signalinstrument der Eingeborenen kennen. Als Souvenir dieses Einsatzes behielt er sich ein Kuduhorn. Dieses Instrument sollte später in der Pfadfinderbewegung eine Rolle spielen. Von Matabele-Kriegern erhielt Baden-Powell auch den Spitznamen Impeesa.

1899 war Robert bereits zum Oberst befördert worden und wieder nach Indien verlegt worden. In diesem Jahr erschien in England sein Buch Aids to Scouting. Die Armeeführung empfahl das dünne Heftchen als offizielle Ausbildungslektüre für Offiziersanwärter.

Im selben Jahr brach der zweite Burenkrieg (1899-1902) aus. Robert wurde umgehend wieder nach Afrika abkommandiert um dort in der Stadt Mafeking britische Soldaten für den Dschungelkampf zu trainieren. Es sprach sich schnell herum, dass Oberst Baden-Powell in Mafeking war und am 11. Oktober 1899 belagerten die Buren die Stadt mit 9000 Soldaten um Robert gefangen zu nehmen. Die Übermacht der Belagerer war überwältigend. Den 9000 Burensoldaten standen in der Stadt nur 700 Soldaten sowie 300 Zivilisten, die nur bedingt kriegstauglich waren, gegenüber. Als ein Abgesandter der Buren Baden-Powell zur Kapitulation aufforderte lehnte dieser jedoch ohne weiteren Kommentar selbstbewusst ab. Bei der Verteidigung der Stadt setzte Baden-Powell auf die List und täuschte den Angreifern eine weit größere Zahl an Verteidigern vor als tatsächlich in der Stadt waren. Er ließ Strohpuppen anfertigen, die er an für den Feind gut sichtbaren Positionen postieren ließ. Es wurden auch Holzgewehre geschnitzt und Attrappen von Geschützen aufgebaut. Seine Soldaten ließ er stets von wechselnden Positionen Schüsse abfeuern so dass die belagernden Truppen glaubten in der Stadt wimmelte es von Soldaten.

Um die Verteidigung der Stadt zu verstärken rekrutierte Baden-Powell bald auch Jugendliche und setzte sie als Sanitäter oder Melder ein. Dabei stellte er fest dass die Jungen durchaus für verantwortungsvolle Aufgaben eingesetzt werden konnten. Er ließ ihnen entgegen der damaligen pädagogischen Ansichten, dass Heranwachsenden ihre Handlungen genau veorgeschrieben werden müssen, Freiräume für selbständige und eigenverantwortliche Entscheidungen.

Durch seine Täuschungsmanöver und den Einsatz der Jugendlichen von Mafeking schaffte es Baden-Powell die Stadt 217 Tage lang zu halten ohne dass sich die belagernden Buren trauten die Stadt anzugreifen. Im Mai 1900 traf dann endlich ein britisches Kommando ein das die Stadt befreite.

1901 kehrte Robert auf königlichen Befehl nach England zurück und wurde zum General befördert und mit dem Kreuz des Bath-Orden ausgezeichnet. Als er englischen Boden betrat wurde er mit großer Begeisterung empfangen. Durch die listige Verteidigung von Mafeking war er zum Held geworden. Besonders die Jugend war von Roberts Taten begeistert und hatten sich sein Buch Aids to Scouting gekauft. Das Buch hatte es somit von der militärischen Ausbildungslektüre zum Jugendbuch geschafft. Als friedliebender Mann wollte Robert jedoch nicht, dass ein militärisches Buch in die Hände der Jugend gelangte. Um dem entgegenzuwirken entschloss sich Robert ein weiteres Scouting-Buch speziell für Heranwachsende zu schreiben. Das Buch sollte den Titel Scouting for Boys tragen. In diesem Buch wollte er das Waldläuferwissen seines Dschungellebens und die Erfahrungen die er in Mafeking mit den Jugendlichen gemacht hatte verarbeiten. Doch seine militärischen Verpflichtungen ließen ihm keine Zeit zum Schreiben.

Der erste Pfadfinder

Um die Jugend wieder an die Natur heranzuführen, gründete er 1907 die "Boy Scouts" (zu deutsch "Pfadfinder") und später auch die "Girl Guides" (manchmal auch "Girl Scouts" genannt; zu deutsch "Pfadfinderinnen").

Nachdem Baden-Powell im Jahr 1876 seine schulische Ausbildung im Charterhouse-College beendet hatte, entschloss er sich mit 19 Jahren, eine Prüfung für den Militärdienst abzulegen. Nachdem er als fünftbester von über 700 Bewerbern abschloss, entschied sich Baden-Powell endgültig für eine Offizierslaufbahn beim Militär. Dort machte er eine beachtliche Karriere und wurde national und international sehr bekannt. Im Burenkrieg übernahm er eine bedeutende Aufgabe. Er wurde 1899-1900 mit der Verteidigung von Mafeking in Südafrika beauftragt. Dort stand Baden-Powell einer um ein Vielfaches größeren Übermacht entgegen. Er brauchte in diesem Kampf jeden Mann und war vor allem auch auf die Jugend angewiesen. Mit List und Tücke gelang es ihm, dieser Belagerung von außen 217 Tage, bis zur Befreiung durch britische Truppen, Stand zu halten.

Danach war sein Name in aller Munde. Kinder und Haustiere wurden nach ihm benannt. Baden-Powell wurde von der englischen Königin zum Generalmajor befördert. Er war mit 43 Jahren der jüngste General Englands. Doch der Krieg in Südafrika war noch nicht beendet: Es trieben sich immer noch Banden von Aufständischen herum. Um diese Banden zu bekämpfen, gründete Boden-Powell eine südafrikanische Polizei. Er rüstete sie mit Pferden aus.

Diese Polizei war ein "Prototyp" für das Pfadfindertum. So setzte Baden-Powell bei ihr seine eigene Erziehungsmethode ein, die später auch in der Pfadfinderbewegung zur Verwendung kam.

1910 ging B.P. in Pension und folgte Einladungen von Pfadfindern aus aller Welt, bis er 1912 sein Herz an eine 32 Jahre jüngere Frau namens Olave St. Claire Soames verlor. Noch im selben Jahr wurde geheiratet, und 1913 erblickte sein Sohn Peter das Licht der Welt. 1915 und 1917 bekamen er und seine Frau 2 Töchter. Die Organisation der Pfadfinderinnen, die sich zu „Girl-Guides“ umbenannten, wurde von Olave Baden-Powell übernommen, während sich B.P. weiterhin um die männlichen Pfadfinder kümmerte.

Ab 1910 wird Baden-Powell mit Ehrendoktarten verschiedener Universitäten geehrt,ihm wurden hohe Orden aus aller Welt verliehen und er erhielt hohe Pfadfinderauszeichnungen von den nationalen Pfadfinderverbänden z.B. 1927 auf einem Großlager in Schweden das Große Dankabzeichen vom ÖPB und die Goldene Gemse des ÖPB (bis 2000 nur 5 mal verliehen).

Ein schottischer Edelmann schenkte den Pfadfindern im Jahr 1919 schließlich den Gilwell-Park bei London, wo B.P. ein Ausbildungszentrum für Scoutmaster installierte. Ein Jahr später wurde er beim 1.Welt-Jamboree zum „Chief Scout of the World“ ernannt.

Über das ursprüngliche Ziel (Überleben in der Natur) hinaus steht das Pfadfindertum für Hilfsbereitschaft, "Lernen durch Machen" (Learning by doing) und soziales Engagement. Vor allem dieser Aspekt hat dazu beigetragen, es trotz seiner ursprünglich militärischen Ausrichtung bis in unsere Tage zu erhalten.

1921 Robert Baden-Powell wurde Baronet und 1929 Baron Baden-Powell, of Gilwell. Die Verleihung dieses Titels verkündete am 3.Welt-Jamboree in Birkenhead im Auftrag Königs George V. der Prince of Wales (Edward VIII) in voller Pfadfinderuniform. Ebenfalls während des 3.Welt-Jamborees erhält Bipi ein besonderes Geschenk von den Pfadfindern. Es ist ein Rolls-Royce und ein Wohnwagen. Bipi tauft ihn Jam Roll.

1937 Baden-Powell hielt am 5.Welt-Jamboree in Vogelenzang Holland seine Abschiedsrede.[1]

Baden-Powell starb am 8. Januar 1941 in Nyeri in Kenia und hinterließ allen Pfadfindern einen Abschiedsbrief.

Baden-Powell komponierte auch den Pfadfinderpfiff als Erkennungsmelodie der Pfadfinder.

Zitate

Weblinks