UTM

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Das UTM-System ist ein Koordinatensystem zur Positionsbestimmung auf der Erdoberfläche. Die Abkürzung UTM steht für Universal Transverse Mercator und bezieht sich auf die spezielle Methode, die dreidimensionale Erde in einer zweidimensionalen Ebene (beispielsweise auf einer Karte) abzubilden. Das UTM-System hat sich inzwischen als weltweiter Standard durchgesetzt und löst nach und nach das bisher in Deutschland verwendete ähnliche Gauß-Krüger-Koordinatensystem ab. Neu erscheinende oder überarbeitete Topographische Karten verwenden nur noch das UTM-System.

Mit dem UTM-System wird die gesamte Erdoberfläche mit einem Raster überzogen, mit dessen Hilfe sich die Position recht präzise feststellen und als Zahlenwert übermitteln läßt. Anders als beim geographischen Gitter ist das UTM-Gitter exakt rechtwinklig aufgebaut.

Angabeformat

Koordinaten im UTM-System werden wie folgt angegeben:

32T 627350 5313680

Damit ist angegeben:

  • Das Zonenfeld (32T)
  • Der Ostwert (627350)
  • Der Nordwert (5313680)

Die Koordinaten werden immer in dieser Reihenfolge (Zonenfeld - Ostwert - Nordwert) angegeben. Als Eselsbrücke für die Reihenfolge von Ost- und Nordwert gibt es den Spruch:

"Die Katze rennt zuerst ran an den Baum, dann rauf auf den Baum".

Hinweis: teilweise, besonders bei GPS-Geräten, wird dem Ostwert eine Null vorangestellt, um auf dieselbe Ziffernanzahl wie der Nordwert zu kommen.

Aufbau

Zonenfeld

Das UTM-System teilt den Globus in 60 Streifen in Nord-Süd-Ausrichtung, und nummeriert diese Streifen in Ostrichtung, beginnend an der Datumsgrenze (180. Längengrad). Diese als Zonen bezeichnete Streifen sind zwischen 80° südlicher und 84° nördlicher Breite in 20 Breitenfelder aufgeteilt, und diese von Süd nach Nord von Buchstabe C bis X durchnummeriert.

Damit ist der Globus in 1200 Zonenfelder unterteilt. Der Großteil von Deutschland liegt in Zonenfeld 32U, Ostbayern, Sachsen, Brandenburg etc. liegt im Zonenfeld 33U, die Schweiz liegt im Zonenfeld 32T.

Ostwert

Jeder Punkt im Zonenfeld wird festgelegt durch seine Entfernung vom Mittelmeridian seiner Zone, die Zahlenangaben sind Meter-Werte. Um negative Werte zu vermeiden, wird der Ostwert des Mittelmeridians auf 500.000 m festgelegt. Damit kann sich ein Zonenfeld theoretisch bis zu 500km weit auf beide Seiten des Mittelmeridians ausdehnen, praktisch kommt dies nicht vor.

Der Ostwert wird von West nach Ost gezählt. Ein Ort, der 100km westlich des Mittelmeridians seines Zonenfelds liegt, hat also den Ostwert 400000.

Nordwert

Der Nordwert wird angegeben als Meter-Wert, ausgehend vom Äquator. Dabei wird vom Äquator an nach Norden aufwärts gezählt, beginnend bei Null. Um auch hier nicht mit negativen Werten arbeiten zu müssen, wird nach Süden vom Äquator aus rückwärts gezählt, beginnend bei 10.000.000 m. Ein Ort 1m nördlich des Äquators hätte also den Nordwert 0000001, ein Ort 1m südlich des Äquators dementsprechend 9999999.

Anwendung

Das UTM-System kann für verschiedenes angewendet werden. Zielpunkte können fast so exakt genannt werden wie mit GPS - mit dem Unteschied daß kein GPS-Gerät erforderlich ist, sondern nur Kartenmaterial mit UTM-Koordinaten. Damit lassen sich auch Spiele wie Geo-Caching abwandeln.

Als UTM-Koordinaten läßt sich auch ein Standort gut übermitteln, z.B. beim Absetzen eines Notrufs.

Ein Ort in der Landschaft, bzw. den Punkt auf der Landkarte, ist mit dem UTM-System leicht zu finden. Auf jüngeren Topographischen Karten ist das UTM-Koordinatengitter eingezeichnet, meist in einem Raster von 1km oder 100m. Heißt, zwei eingezeichnete Koordinatenlinien sind 1km bzw. 100m auseinander. Am Kartenrand sind an den Koordinatenlinien ihre Ost- und Nordwerte aufgrdruckt, das Zonenfeld ist meist in der Kartenlegende genannt. So läßt sich der Punkt auf der Karte nach demselben Vorgehen finden, wie beim Schachspiel oder Schiffeversenken.

Kennt man seinen Standort (z.B. durch Kreuzpeilung), und den zugehörigen Punkt auf der Karte, lassen sich auf gleiche Weise über das Raster und die Koordinatenangaben am Kartenrand die UTM-Koordinaten ermitteln. Die letzte Distanz zwischen dem Punkt auf der Karte und den nächsten Koordinatenlinien muß man abschätzen oder ausmessen. Als Hilfsmittel ist dazu ein Planzeiger geeignet, der im Fachhandel wie die Topographischen Karten erhältlich ist. Behelfsmäßig kann man auch ein Lineal oder Geodreieck verwenden. Und mit etwas Übung lassen sich die Positionen auf 5 bis 10m genau festlegen - ein GPS-Gerät ist, wenn überhaupt, nicht viel besser.