Werner Helwig

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Werner Helwig um 1929 auf Burg Waldeck als Nerother Wandervogel
Werner Helwig (* 14. Januar 1905 in Berlin, † 4. Februar 1985 in Genf) war ein bekannter Schriftsteller, Dichter und Liedermacher mit starkem Bezug zum bündischen. Bekannt wurde er vor allem durch sein Buch: "Die Blaue Blume des Wandervogels".

Lebenslauf

Werner Helwig wurde am 14. Januar 1905 in Berlin-Friedenau als Sohn hamburgischer Eltern geboren, die sich 1917 scheiden ließen. Bei ausgedehnten Wanderungen durch Deutschland, Mittel- und Nordeuropa machte er um 1918 Bekanntschaft mit der Jugendbewegung. Nach der Schule und dem Aufenthalt in einem Erziehungsheim 1919 machte er 1920 eine landwirtschaftliche Lehre und widmete sich dem Studium (hauptsächlich Selbststudium in Hamburg als Schwarzhörer) der Literatur, Musik und Völkerkunde. 1923 wurde er wegen Teilnahme an einer kommunistischen Friedensdemonstration inhaftiert. Nach der Entlassung erhielt er Hilfe aus bündischen Kreisen. Ab 1923 ging er auf Fahrten. 1925 besuchte er Thomas Mann. Er trat 1927 dem Nerother Wandervogel bei und war dort ab 1929 Gruppenführer. Erste literarische Arbeiten sind seit etwa 1930 bekannt. Ab 1933 unternahm er 40 Reisen mit kürzeren Aufenthalten In Deutschland und der Schweiz, unter anderem nach Sizilien, Tunesien, Griechenland und Island; hielt sich ab 1939 als Emigrant in der Schweiz auf und heiratete dort 1941 die Welsch-Schweizerin Yvonne Germaine Diem. 1942 begab er sich ins Exil nach Liechtenstein, da er gegen das seit Kriegsbeginn 1933 herrschende Schreibverbot für Ausländer verstieß und ausgewiesen wurde. 1951 bis zu seinem Tode 1985 war er in Genf wohnhaft. Aus der Ehe gingen zwei Söhne (*1941 und *1943) hervor.

Literarische Werke

Die wichtigsten Werke Werner Helwigs in chronologischer Reihenfolge nach Ersterscheinungsdatum.

  • Die Ätna Ballade (1934), Berlin: Rabenpresse.
  • Nordsüdliche Hymnen (1935), Berlin: Rabenpresse.
  • Strandgut. Sieben Novellen (1935), Plauen: Wolff.
  • Raubfischer in Hellas (1939), Leipzig: Asmus.
  • Der gefangene Vogel. Baskische Novelle (1940), Leipzig: Asmus.
  • Im Dickicht des Pelion. Roman (1941), Leipzig: Asmus.
  • Gegenwind. Hellas Roman (1945), Zürich: Die Arche.
  • Wortblätter im Winde. Nachdichtung japanischer Texte (1945), Hamburg: Goverts.
  • Gezeiten der Liebe (1946), Hamburg: Claassen & Goverts.
  • Trinakria oder die wunderliche Reise (1946), Hamburg: Claassen & Goverts.
  • Das Wagnis. Roman (1947), Hamburg: Claassen & Goverts.
  • Café Gomorra. Sechs Phantasiestücke (1948), Darmstadt: Claassen & Roether.
  • Isländisches Kajütenbuch (1950), Zürich: Diana. (unter dem Pseudonym Einar Halvid)
  • Auf der Knabenfährte. Ein Erinnerungsbuch (1951), Konstanz/Stuttgart: Asmus.
  • Die Widergänger. Roman (1952), Düsseldorf: Diederichs.
  • Die Bienenbarke. Weltfahrten nach Außen und Innen (1953), Bad Godesberg: Voggenreiter.
  • Der Brigant Giuliano (1953), Frankfurt: Frankfurter Verlagsanstalt.
  • Reise ohne Heimkehr. Roman (1953), Hamburg: Claassen.
  • Stiefsöhne der schönen Helena (1954), Frankfurt, Eremiten-Presse.
  • Neuer Lübecker Totentanz (1954), Hamburg: Rowohlt. (von H. H. Jahnn; W. Helwig Mitverfasser)
  • Nachtweg durch Lappland. Erzählungen (1955), Stuttgart, Reclam.
  • Geheimnisse des Baybachtales (1955), Bad Godesberg: Voggenreiter; Spurbuchverlag ISBN 3-88778-231-3
  • Die singenden Sümpfe. Novelle (1955), Gütersloh: Bertelsmann.
  • Waldregenworte (1955), Düsseldorf/Köln: Diederichs.
  • Die großen Klagen des Tu Fu. Nachdichtungen (1956), Bremen: Schünemann.
  • Das Steppenverhör. Roman (1957), Düsseldorf/Köln, Diederichs.
  • Das Affen-Regen-Mäntelchen. Japanische Sprichwörter (1958), München: Langen-Müller.
  • Auf der Mädchenfährte (1958), Stierstadt: Eremiten-Presse.
  • Briefe um ein Werk (1959), Frankfurt: Europäische Verlagsanstalt. (v. W. Helwig; H. H. Jahnn Mitverfasser)
  • Capri. Lieblicher Unfug der Götter (1959), Düsseldorf/Köln: Diederichs.
  • Die Waldschlacht. Eine Saga (1959), Köln/Olten: Hegner.
  • Die blaue Blume des Wandervogels (1960), Überarbeitete Neuausgabe v. Walter Sauer (1998) ISBN 3-88778-208-9
  • Der smaragdgrüne Drache (1960), Köln/Olten: Hegner.
  • De Chirico. Metaphysische Periode (1962), Gütersloh: Mohn.
  • Die Gerechtigkeitssattel. Eine marokkanische Erzählung (1962), Frankfurt: Insel.
  • Die Geheimnisse eines Zöllners. Henri Rousseau (1962), Gütersloh: Mohn.
  • Die Wahrheit zu treffen. Reise-Sezierungen (1963), Isny: Hochstadt.
  • Hymnen an die Sprache. Metopen zu einem Tempel der Ananke (1964), Heidenheim: Südmark.
  • Das Paradies der Hölle. Ein Sizilien-Roman (1965), Gütersloh, Mohn.
  • Klänge und Schatten. Nachdichtungen japanischer Texte (1972), Hamburg/Düsseldorf: Claassen.
  • Capri. Magische Insel (1973), Wiesbaden: Limes.
  • Die Parabel vom gestörten Kristall (1977), Mainz: von Hase & Köhler.(Mit biographisch-autobiographischen Erinnerungen an H. H. Jahnn)
  • Carmina Nerothana (1983), Heidenheim: Südmark.
  • Totenklage (1984), Frankfurt: Insel.
  • Letzte Gedichte. Herausgegeben von Gerda Helwig (1985), Aldus-Presse Reicheneck

Die Werke "Raubfischer in Hellas", "Im Dickicht des Pelion" und "Reise ohne Heimkehr" sind auch als "Hellas Trilogie" bekannt.

Lieder

A
  • Als der Mond überm Hügel stand (Prärielied) (1929)
  • Atmen die Berge silbern im Schattengewirr (Die silberne Stunde)(1955)
  • Auf das Dach der Schiffskajüte (Der junge Fährmann) (1951)
  • Auf Marsch, Marsch durch Mühen und Gefahren (Burglied) (1929)
B
  • Berge, Ströme, Wälder preisen Seinen Namen (Choral) (1933)
  • Bleich unterm Mondschein die Muscheln (Tanz am Strand) (1955)
D
  • Der Regen tropft auf das Kohtendach (Regenkohte)
  • Der Wind vergaß zu wehen, weil er den Kaneb sah (Valeria) Weise: Paul Birum (1970)
  • Der Wind geht wogend durch den Wald (Der Schlafgesang) (1929)
  • Du machst Kleinholz, ich such Rinde(Die Horde kommt) (1955), Weise: Wolfgang Held
  • Die Flut zerriss das Seegras (Altkeltisches Lied) (1928)
  • Die Kohte unterm Nachtwind (Kohtenlied)
  • Drum seid nur lustig, ihr lieben Brüder, von ca. 1800 - umgeschrieben von Werner Helwig
F
G
  • Grast ein Regen übers Herz (Verliebte Klage) (1952)
H
  • Hat sich ein Nebel aufs Waldmoos gesenkt (Der schlafende Hirte) (1956)
  • Haut euch schwer und rauft euch sehr (Ordenslied der Piraten)
  • Heja, heja, noch einmal wirbelt das Lasso (Pferdehirten-Lied) (1955)
  • Hellas, du betest zum Gott deiner Welt (Hellas zu Ehren) (1955), Weise: nach serbischen Vorlagen
  • Horch, in den Wipfeln verweht lieblich ein zartes Getön (Herz in der Nacht)
  • Hinein ins volle Leben, Weise: aus Sizilien
  • Himmel und Sterne und Meer voller Licht (Lieder der Hellasfischer, Porto Kufo) (1935)
  • Holde Freude komme wieder (Tanz auf der Bastion)
I
  • Ist auch das Segel arg geflickt (Das geflickte Segel) (1933)
  • Ich schaukle meine Müdigkeit (Das kleine Schlaflied) (1934), Weise: Alfred Zschiesche
  • Ich sitze mit steifer Geste (Die Steife Geste) (1934)
  • Immer wandern wir im Kreise (Festgebraus) (1928)
  • Immer wieder kehrt die Sonne (Rondo) (1957)
J
  • Juniregen, deine Worte und sie regnen mich voll Weg (Kummerlied)
K
L
  • Lacht und singt, die Fahnen schwingt (Weinlied), Weise: Kurt Heerklotz (keh)
  • Lappland, du Land der Elche (1927)
  • Lustig, lustig, ihr lieben Brüder
M
  • Müssen heuer endlich nicht mehr krumm geschlossen gehn (Bundesreigen) (1947)
N
  • Nacht der großen Wogen
  • Neige gewaltige Nacht dich über Heise und Wald (1956), Weise: Otto Minn
  • Netze zerrissen und Segel zerrissen (Lied der Raubfischer), Weise: Otto Minn
O
  • O Island deine Felsen blinken rot im Morgenschein (1948)
S
  • Schaukle meine Müdigkeit (1934)
  • Schiffe im Hafen, wenn wir sie trafen (1952)
  • Schrägäugig wir mit schmalem Lid (Die Reiterei des Dschingis Kahn) (1952)
  • Schweige auf meine Frage bange (Schweigen) (1956)
  • Seht es geht am Strand entlang (Pelion-Lied) (1954)
  • Seid getrost, die Sterne bleichen
  • Sie fahren hin durch Eis und Schnee (Jägerlied in der Arktis) (1953)
  • Sprung auf und in das Leben (Ordenslied der Landstreicher) (1933), Weise: aus Sardinien
T
  • Tals, dessen Linie unser Glück umsäumt (Baybach-Lied) (1957)
  • Tempel weiß im blauen Tag (1953)
  • Trampen wir durchs Land (Fernweh) (1929)
U
  • Und am Abend ziehen Gaukler durch den Wald (1950)
  • Unser Koch, der Euler (1929)
V
  • Voran und drauf und dran (1929)
W
  • Was dich trug durch die Nacht, Licht und Glut (1926), Weise: Wilhelm Held
  • Wenn wir müde sind vom Raufen (1982), Weise: Stenka Rasin
  • Wir kommen aus verfallenen Bereichen (1934)
  • Wir sind die rheinischen Wandalen
  • Wo tief im Felsenschloß das früheste Werk geschah (Altamira-Gesang) (1956)
  • Wo tausend Krieger fielen (Heijo, die Fahrt geht los) (1930)
  • Wein und Brot, sie sind uns gut erfunden (Bundeslied der Nerother) (1928)
  • Wenn die Steppe dunkelt (Steppengesang) (1934)
  • Wo's nur Felsen gibt (Lied der Georgier) (1928/29), Weise: russisches Nomadenlied

Literatur

  • Richard Bersch: Pathos und Mythos. Studien zum Werk Werner Helwigs. Trierer Studien zur Literatur Bd. 22, Verlag Peter Lang, Frankfurt/M 1992, ISBN 3-631-44541-5
  • Erik Martin: Über das Werk Werner Helwigs. Muschelhaufen Nr. 26A, Sonderausgabe Werner Helwig. 2. erweiterte Auflage, Viersen 1991
  • Das Lagerfeuer Nr. 22. (Werner-Helwig-Heft), Voggenreiter Verlag, Bad Godesberg 1953

Weblinks