Geschichte der DPSG: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Scout-o-wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
K
K (Typo, Multilinks entfernt für die Lesbarkeit)
Zeile 4: Zeile 4:
  
 
'''1907'''  
 
'''1907'''  
Lord Robert [[Baden Powell]], Gründer der [[Pfadfinderbewegung|Weltpfadfinderbewegung]], hält das erste [[Lager|Zeltlager]] auf [[Brownsea Island]] (Großbritannien) ab. Mit 22 Jungen aller sozialen Schichten probiert er erstmals sein Konzept einer Pädagogik des Erlebens und der Verantwortung für den Einzelnen und die Gruppe.  
+
Lord Robert [[Baden-Powell]], Gründer der [[Pfadfinderbewegung|Weltpfadfinderbewegung]], hält das erste [[Lager|Zeltlager]] auf [[Brownsea Island]] (Großbritannien) ab. Mit 22 Jungen aller sozialen Schichten probiert er erstmals sein Konzept einer Pädagogik des Erlebens und der Verantwortung für den Einzelnen und die Gruppe.  
  
 
'''1908'''
 
'''1908'''
[[Baden Powell]] veröffentlicht sein Buch "[[Scouting for Boys]]", das sofort reißenden Absatz findet und innerhalb kurzer Zeit zur Gründung der [[Pfadfinderbewegung|Weltpfadfinderbewegung]] führt. Ihr gehören heute 34 Millionen Mitglieder an. Sie ist damit die größte Jugendorganisation der Welt.  
+
Baden-Powell veröffentlicht sein Buch ''[[Scouting for Boys]]'', das sofort reißenden Absatz findet und innerhalb kurzer Zeit zur Gründung der [[Pfadfinderbewegung|Weltpfadfinderbewegung]] führt. Ihr gehören heute 34 Millionen Mitglieder an. Sie ist damit die größte Jugendorganisation der Welt.  
  
 
'''1909'''
 
'''1909'''
Der Pfadfindergedanke schwappt über den Kanal auch nach Deutschland: Der Stabsarzt Dr. Alexander Lion "erfindet" den Begriff [[Pfadfinder]] für das englische Wort "Scout" und verbindet in seiner Konzeption deutsche Vorstellungen von Jugendarbeit mit den Ideen [[Baden-Powell]]s.  
+
Der Pfadfindergedanke schwappt über den Kanal auch nach Deutschland: Der Stabsarzt Dr. Alexander Lion „erfindet“ den Begriff Pfadfinder für das englische Wort "Scout" und verbindet in seiner Konzeption deutsche Vorstellungen von Jugendarbeit mit den Ideen Baden-Powells.  
  
 
'''1911'''
 
'''1911'''
 
Gründung des deutschen Pfadfinderbundes am 18. Januar in Berlin. Der Reichsfeldmeister ist
 
Gründung des deutschen Pfadfinderbundes am 18. Januar in Berlin. Der Reichsfeldmeister ist
Maximilian Bayer.
+
[[Maximilian Bayer]].
 
   
 
   
 
'''1914'''
 
'''1914'''
In Deutschland gibt es zu Beginn des 1. Weltkrieges schon 110.000 [[Pfadfinder]], die allerdings wegen der unterschiedlichen Interpretation des Inhalts der pfadfinderischen Erziehung in zahlreiche Gruppierungen zersplittert sind. Nach dem Krieg gewinnt die Jugendbewegung an Bedeutung und beeinflußt die Inhalte der [[Pfadfinderbewegung]]: Einfaches Leben, Naturbewußtsein, Fahrt und Lager, eigenständiges Denken und Handeln -> diese Prinzipien gewinnen an Stellenwert.  
+
In Deutschland gibt es zu Beginn des 1. Weltkrieges schon 110.000 Pfadfinder, die allerdings wegen der unterschiedlichen Interpretation des Inhalts der pfadfinderischen Erziehung in zahlreiche Gruppierungen zersplittert sind. Nach dem Krieg gewinnt die Jugendbewegung an Bedeutung und beeinflußt die Inhalte der Pfadfinderbewegung: Einfaches Leben, Naturbewußtsein, Fahrt und Lager, eigenständiges Denken und Handeln -> diese Prinzipien gewinnen an Stellenwert.  
  
 
'''1920'''
 
'''1920'''
Zeile 23: Zeile 23:
  
 
'''1922'''
 
'''1922'''
Gründung der [[Pfadfinderbewegung|Weltpfadfinderbewegung]]
+
Gründung der Weltpfadfinderbewegung
  
 
'''1928'''
 
'''1928'''
Zeile 29: Zeile 29:
  
 
'''1929'''
 
'''1929'''
Altenberg, 7. Oktober: Die Stämme schließen sich zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg ([[DPSG]]) zusammen. Sie werden in den katholischen Jungmännerverband aufgenommen. Aus den anfangs 800 Mitgliedern werden in den 30er Jahren 9000. Die [[DPSG]] verbindet die Gedanken der [[Pfadfinderbewegung]] mit denen der [[katholische Jugendbewegung|katholischen Jugendbewegung]] und betont gleichzeitig Einfachheit, Naturverbundenheit, Wahrhaftigkeit sowie die Freiheit jugendlicher Gestaltungskraft. Außerdem bezieht die [[DPSG]] Erwachsene in die Arbeit ein und nimmt von Beginn an Mitglieder aus allen sozialen Schichten auf.  
+
Altenberg, 7. Oktober: Die Stämme schließen sich zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg ([[DPSG]]) zusammen. Sie werden in den katholischen Jungmännerverband aufgenommen. Aus den anfangs 800 Mitgliedern werden in den 30er Jahren 9000. Die DPSG verbindet die Gedanken der Pfadfinderbewegung mit denen der [[katholische Jugendbewegung|katholischen Jugendbewegung]] und betont gleichzeitig Einfachheit, Naturverbundenheit, Wahrhaftigkeit sowie die Freiheit jugendlicher Gestaltungskraft. Außerdem bezieht die DPSG Erwachsene in die Arbeit ein und nimmt von Beginn an Mitglieder aus allen sozialen Schichten auf.  
  
 
'''1930'''
 
'''1930'''
Die [[DPSG]] formuliert ihr [[Pfadfindergesetz]], das bis 1971 in dieser Form Gültigkeit hat.  
+
Die DPSG formuliert ihr [[Pfadfindergesetz]], das bis 1971 in dieser Form Gültigkeit hat.  
  
 
'''1934'''
 
'''1934'''
Zeile 38: Zeile 38:
  
 
'''1936'''
 
'''1936'''
Die Freiheit der Gruppen wird stark eingeschränkt. Die Georgspfadfinder brauchen viel Mut, wenn sie sich in der Öffentlichkeit jetzt noch zu ihrem Verband bekennen, so daß die Schar derer, die offen Mitglieder der [[DPSG]] bleiben, kleiner wird.  
+
Die Freiheit der Gruppen wird stark eingeschränkt. Die Georgspfadfinder brauchen viel Mut, wenn sie sich in der Öffentlichkeit jetzt noch zu ihrem Verband bekennen, so daß die Schar derer, die offen Mitglieder der DPSG bleiben, kleiner wird.  
  
 
'''1937'''
 
'''1937'''
Zeile 44: Zeile 44:
  
 
'''1938'''
 
'''1938'''
Der katholische Jungmännerverband und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg werden aufgelöst und verboten. Dennoch nehmen immer wieder einzelne Mitglieder Bedrohung und Verfolgung auf sich, weil sie am pfadfinderischen Leben als eigenständiger Alternative gegen die Repressionen des Nationalsozialismus festhalten. Ihnen ist es zu verdanken, daß auch in dieser Zeit ein jugendkulturelles Bekenntnis gelebt wird. Als "Gemeinschaft Sankt Georg" wirken [[Pfadfinder]] im Untergrund weiter. Manche wagen sogar den Kontakt zu ausländischen [[Pfadfinder]]n und legen auf diese Weise den Grundstein für spätere Verständigung.  
+
Der katholische Jungmännerverband und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg werden aufgelöst und verboten. Dennoch nehmen immer wieder einzelne Mitglieder Bedrohung und Verfolgung auf sich, weil sie am pfadfinderischen Leben als eigenständiger Alternative gegen die Repressionen des Nationalsozialismus festhalten. Ihnen ist es zu verdanken, daß auch in dieser Zeit ein jugendkulturelles Bekenntnis gelebt wird. Als "Gemeinschaft Sankt Georg" wirken Pfadfinder im Untergrund weiter. Manche wagen sogar den Kontakt zu ausländischen Pfadfindern und legen auf diese Weise den Grundstein für spätere Verständigung.  
  
 
'''08.01.1941'''
 
'''08.01.1941'''
[[Baden Powell|BiPi]] stirbt in [[Nyeri]] in Kenia, er hinterläßt den [[Abschiedsbrief an die Pfadfinder der Welt]]
+
Baden-Powell stirbt in [[Nyeri]] in Kenia, er hinterläßt den [[Abschiedsbrief an die Pfadfinder der Welt]]
  
 
'''1945'''
 
'''1945'''
Zeile 56: Zeile 56:
  
 
'''1947'''
 
'''1947'''
Die [[DPSG]] ist Mitbegründerin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend ([[BDKJ]]).  
+
Die DPSG ist Mitbegründerin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend ([[BDKJ]]).  
  
 
'''1956'''
 
'''1956'''
Aufruf der Georgritter (heute "[[Roverstufe|Rover]]") zu einem Sozialwerk: In [[Westernohe]] im Westerwald entsteht in vielen Stunden Eigenarbeit ein Zeltlagerplatz und Ferienheim für behinderte Menschen - das heutige Bundeszentrum der [[DPSG]].  
+
Aufruf der Georgritter (heute "[[Roverstufe|Rover]]") zu einem Sozialwerk: In [[Westernohe]] im Westerwald entsteht in vielen Stunden Eigenarbeit ein Zeltlagerplatz und Ferienheim für behinderte Menschen - das heutige Bundeszentrum der DPSG.  
  
 
'''1961'''
 
'''1961'''
Aufruf zur ersten [[Jahresaktion]]: "[[Flinke Hände, flinke Füße]] schaffen ein Werk für körperbehinderte Jugendliche". Im Verlauf dieser Aktion kommen mehr als 250.000 Mark zusammen. Die [[Jahresaktion]]en mit wechselnden Schwerpunkten sind bis heute wichtiger Bestandteil der Arbeit der [[DPSG]]. Der 23. [[Bundesthing]] beschließt die Einführung der [[Jungpfadfinderstufe]] (11 bis 13 Jahre alte Jungen), außerdem werden die "Georgsritter" in "[[Roverstufe|Rover]]" umbenannt.  
+
Aufruf zur ersten [[Jahresaktion]]: "[[Flinke Hände, flinke Füße]] schaffen ein Werk für körperbehinderte Jugendliche". Im Verlauf dieser Aktion kommen mehr als 250.000 Mark zusammen. Die [[Jahresaktion]]en mit wechselnden Schwerpunkten sind bis heute wichtiger Bestandteil der Arbeit der [[DPSG]]. Der 23. [[Bundesthing]] beschließt die Einführung der [[Jungpfadfinderstufe]] (11 bis 13 Jahre alte Jungen), außerdem werden die "Georgsritter" in "Rover" umbenannt.  
  
 
'''1969'''
 
'''1969'''
Beim 31. [[Bundesthing]] beschließt der Verband eine neue Satzung mit neuen Bezeichnungen: [[Bundesversammlung]] (statt Bundesthing), Vorsitzender (statt Feldmeister), [[Leiter]] (statt Führer). Außerdem wird eine pädagogische Diskussion angestoßen, die ...
+
Beim 31. Bundesthing beschließt der Verband eine neue Satzung mit neuen Bezeichnungen: [[Bundesversammlung]] (statt Bundesthing), Vorsitzender (statt Feldmeister), [[Leiter]] (statt Führer). Außerdem wird eine pädagogische Diskussion angestoßen, die ...
  
 
'''1971'''
 
'''1971'''
... in der Neufassung der Ordnung des Verbandes mündet. Offiziell können Mädchen und Frauen nun Mitglieder der [[DPSG]] werden. Das [[Pfadfindergesetz]] von 1930 wird ersetzt und weitergeführt durch die "[[Grundlinien unserer Lebensauffassung]]": Leben in Hoffnung, Leben in Freiheit, Leben in Wahrheit, Leben in tätiger Solidarität. Inhaltlich orientiert sich die [[DPSG]] weg vom Waldläufertum hin zu einer Gruppenpädagogik, in der Kooperation und Verantwortung durch Erfahrung und Erleben gelernt werden sollen. Sie schwenkt so auf einen Weg ein, der direkt auf die Vorstellungen [[Baden Powell]]s zurückgeht.  
+
... in der Neufassung der Ordnung des Verbandes mündet. Offiziell können Mädchen und Frauen nun Mitglieder der DPSG werden. Das Pfadfindergesetz von 1930 wird ersetzt und weitergeführt durch die "[[Grundlinien unserer Lebensauffassung]]": Leben in Hoffnung, Leben in Freiheit, Leben in Wahrheit, Leben in tätiger Solidarität. Inhaltlich orientiert sich die DPSG weg vom Waldläufertum hin zu einer Gruppenpädagogik, in der Kooperation und Verantwortung durch Erfahrung und Erleben gelernt werden sollen. Sie schwenkt so auf einen Weg ein, der direkt auf die Vorstellungen Baden-Powell zurückgeht.  
  
 
'''1984'''
 
'''1984'''
Zeile 77: Zeile 77:
  
 
'''1990'''
 
'''1990'''
Unter dem Motto "Wir haben Platz im Boot" ruft die [[DPSG]] zur jährlichen Solidaritätsaktion auf und wendet sich damit gegen die Verschärfung der Asyldebatte.  
+
Unter dem Motto "Wir haben Platz im Boot" ruft die DPSG zur jährlichen Solidaritätsaktion auf und wendet sich damit gegen die Verschärfung der Asyldebatte.  
  
 
'''1992'''
 
'''1992'''
Zeile 83: Zeile 83:
  
 
'''1993'''
 
'''1993'''
[[Kindergipfel]] in [[Westernohe]]: Mehr als 1000 Kinder zwischen sieben und zehn Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet fordern "eine Welt, die uns gefällt".  
+
Kindergipfel in Westernohe: Mehr als 1000 Kinder zwischen sieben und zehn Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet fordern "eine Welt, die uns gefällt".  
  
 
'''1995'''
 
'''1995'''
Die 57. [[Bundesversammlung]] beschließt die Einführung der [[Kindermitbestimmung]] auf [[Stamm|Stammesebene]]. 20 [[Rwanda|rwandische]] Pfadfinderinnen und Pfadfinder werden aus dem Bürgerkriegsland ausgeflogen und von der [[DPSG]] aufgenommen. Im Verlauf der "Solidaritätsaktion [[Rwanda]]" kommen 700.000 Mark zugunsten des kriegsgeschüttelten Landes zusammen.  
+
Die 57. Bundesversammlung beschließt die Einführung der [[Kindermitbestimmung]] auf [[Stamm|Stammesebene]]. 20 rwandische Pfadfinderinnen und Pfadfinder werden aus dem Bürgerkriegsland ausgeflogen und von der DPSG aufgenommen. Im Verlauf der "Solidaritätsaktion Rwanda" kommen 700.000 Mark zugunsten des kriegsgeschüttelten Landes zusammen.  
  
 
'''1996'''
 
'''1996'''
Die [[DPSG]] startet die Kampagne "[[Tu es jetzt!]]" zum politischen Handeln, an der sich zahlreiche Gruppen vor Ort beteiligen. Gesellschaftspolitisches Engagement in sechs Themenbereichen ist Ziel der Langzeitaktion.  
+
Die DPSG startet die Kampagne "Tu es jetzt!" zum politischen Handeln, an der sich zahlreiche Gruppen vor Ort beteiligen. Gesellschaftspolitisches Engagement in sechs Themenbereichen ist Ziel der Langzeitaktion.  
  
 
'''1997'''
 
'''1997'''
Zeile 95: Zeile 95:
  
 
'''1998'''
 
'''1998'''
5600 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aller [[Altersstufen]] treffen sich Pfingsten in [[Westernohe]] zum Auftakt der Jahresaktion "[[Flinke Hände, flinke Füße]] gestalten Zukunft für [[Westernohe]]".  
+
5600 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aller [[Altersstufen]] treffen sich Pfingsten in Westernohe zum Auftakt der Jahresaktion "[[Flinke Hände, flinke Füße]] gestalten Zukunft für Westernohe".  
  
 
'''1999'''
 
'''1999'''
Zeile 103: Zeile 103:
 
   
 
   
 
'''2000'''
 
'''2000'''
3000 [[Roverstufe|Roverinnen und Rover]] feiern Pfingsten in [[Westernohe]] den Auftakt zu [[IZURO]], dem Internationalen Zukunftsjahr der [[Roverstufe]].
+
3000 Roverinnen und Rover feiern Pfingsten in Westernohe den Auftakt zu [[IZURO]], dem Internationalen Zukunftsjahr der Roverstufe.
 
Den Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung bildet die "Aussendung" zu internationalen Begegnungen in aller Welt, zu denen die Rover im Sommer starten.  
 
Den Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung bildet die "Aussendung" zu internationalen Begegnungen in aller Welt, zu denen die Rover im Sommer starten.  
  
Mit der Jahresaktion "Augen auf! Stoppt Diskriminieruung!" setzt sich die [[DPSG]] gegen die Diskriminierung von Minderheiten ein. Im Rahmen der Jahresaktion startet im Spätsommer die Kampagne "[[Stoppt Rechts]] - Pfadfinderinnen und Pfadfinder gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt", die mit einem aussagekräftigen Logo und überall auftauchenden Aufklebern auf das Engagement der Pfadfinder aufmerksam macht.  
+
Mit der Jahresaktion "Augen auf! Stoppt Diskriminieruung!" setzt sich die DPSG gegen die Diskriminierung von Minderheiten ein. Im Rahmen der Jahresaktion startet im Spätsommer die Kampagne "Stoppt Rechts - Pfadfinderinnen und Pfadfinder gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt", die mit einem aussagekräftigen Logo und überall auftauchenden Aufklebern auf das Engagement der Pfadfinder aufmerksam macht.  
  
 
   
 
   

Version vom 2. Januar 2011, 20:28 Uhr

Überarbeiten.png Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung, um seine Qualität zu verbessern!

Wir brauchen dich!

  • Gehören die Jahre vor der Gründung der DPSG auch zur Geschichte der DPSG?
  • Jahre 2000 bis heute ergänzen

1907 Lord Robert Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung, hält das erste Zeltlager auf Brownsea Island (Großbritannien) ab. Mit 22 Jungen aller sozialen Schichten probiert er erstmals sein Konzept einer Pädagogik des Erlebens und der Verantwortung für den Einzelnen und die Gruppe.

1908 Baden-Powell veröffentlicht sein Buch Scouting for Boys, das sofort reißenden Absatz findet und innerhalb kurzer Zeit zur Gründung der Weltpfadfinderbewegung führt. Ihr gehören heute 34 Millionen Mitglieder an. Sie ist damit die größte Jugendorganisation der Welt.

1909 Der Pfadfindergedanke schwappt über den Kanal auch nach Deutschland: Der Stabsarzt Dr. Alexander Lion „erfindet“ den Begriff Pfadfinder für das englische Wort "Scout" und verbindet in seiner Konzeption deutsche Vorstellungen von Jugendarbeit mit den Ideen Baden-Powells.

1911 Gründung des deutschen Pfadfinderbundes am 18. Januar in Berlin. Der Reichsfeldmeister ist Maximilian Bayer.

1914 In Deutschland gibt es zu Beginn des 1. Weltkrieges schon 110.000 Pfadfinder, die allerdings wegen der unterschiedlichen Interpretation des Inhalts der pfadfinderischen Erziehung in zahlreiche Gruppierungen zersplittert sind. Nach dem Krieg gewinnt die Jugendbewegung an Bedeutung und beeinflußt die Inhalte der Pfadfinderbewegung: Einfaches Leben, Naturbewußtsein, Fahrt und Lager, eigenständiges Denken und Handeln -> diese Prinzipien gewinnen an Stellenwert.

1920 1920 findet das erste Jamboree statt.

1922 Gründung der Weltpfadfinderbewegung

1928 Erste katholische Pfadfindergruppen gründen sich in Wuppertal, Beuthen, München, Berlin, Frankfurt/Main und DV Speyer (Ludwigshafen, Hauenstein),ebenfalls in Bad Reichenhall.

1929 Altenberg, 7. Oktober: Die Stämme schließen sich zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zusammen. Sie werden in den katholischen Jungmännerverband aufgenommen. Aus den anfangs 800 Mitgliedern werden in den 30er Jahren 9000. Die DPSG verbindet die Gedanken der Pfadfinderbewegung mit denen der katholischen Jugendbewegung und betont gleichzeitig Einfachheit, Naturverbundenheit, Wahrhaftigkeit sowie die Freiheit jugendlicher Gestaltungskraft. Außerdem bezieht die DPSG Erwachsene in die Arbeit ein und nimmt von Beginn an Mitglieder aus allen sozialen Schichten auf.

1930 Die DPSG formuliert ihr Pfadfindergesetz, das bis 1971 in dieser Form Gültigkeit hat.

1934 Die Nationalsozialisten verbieten das Tragen von Kluft, Banner und Abzeichen. In den folgenden Jahren nimmt der Druck auf die Mitglieder des Verbandes zu, es kommt zu schweren Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend. Trotzdem gibt es immer wieder Zeichen der Eigenständigkeit - wie die Romfahrt 1935.

1936 Die Freiheit der Gruppen wird stark eingeschränkt. Die Georgspfadfinder brauchen viel Mut, wenn sie sich in der Öffentlichkeit jetzt noch zu ihrem Verband bekennen, so daß die Schar derer, die offen Mitglieder der DPSG bleiben, kleiner wird.

1937 Die Landespfadfinderschaften Münster, Paderborn und Trier werden durch die Gestapo zwangsweise aufgelöst.

1938 Der katholische Jungmännerverband und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg werden aufgelöst und verboten. Dennoch nehmen immer wieder einzelne Mitglieder Bedrohung und Verfolgung auf sich, weil sie am pfadfinderischen Leben als eigenständiger Alternative gegen die Repressionen des Nationalsozialismus festhalten. Ihnen ist es zu verdanken, daß auch in dieser Zeit ein jugendkulturelles Bekenntnis gelebt wird. Als "Gemeinschaft Sankt Georg" wirken Pfadfinder im Untergrund weiter. Manche wagen sogar den Kontakt zu ausländischen Pfadfindern und legen auf diese Weise den Grundstein für spätere Verständigung.

08.01.1941 Baden-Powell stirbt in Nyeri in Kenia, er hinterläßt den Abschiedsbrief an die Pfadfinder der Welt

1945 Neugründung vieler Pfadfindergruppen auf örtlicher Ebene.

1946 Durch den erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg einberufenen Bundesthing wird eine neue Bundesordnung beschlossen.

1947 Die DPSG ist Mitbegründerin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

1956 Aufruf der Georgritter (heute "Rover") zu einem Sozialwerk: In Westernohe im Westerwald entsteht in vielen Stunden Eigenarbeit ein Zeltlagerplatz und Ferienheim für behinderte Menschen - das heutige Bundeszentrum der DPSG.

1961 Aufruf zur ersten Jahresaktion: "Flinke Hände, flinke Füße schaffen ein Werk für körperbehinderte Jugendliche". Im Verlauf dieser Aktion kommen mehr als 250.000 Mark zusammen. Die Jahresaktionen mit wechselnden Schwerpunkten sind bis heute wichtiger Bestandteil der Arbeit der DPSG. Der 23. Bundesthing beschließt die Einführung der Jungpfadfinderstufe (11 bis 13 Jahre alte Jungen), außerdem werden die "Georgsritter" in "Rover" umbenannt.

1969 Beim 31. Bundesthing beschließt der Verband eine neue Satzung mit neuen Bezeichnungen: Bundesversammlung (statt Bundesthing), Vorsitzender (statt Feldmeister), Leiter (statt Führer). Außerdem wird eine pädagogische Diskussion angestoßen, die ...

1971 ... in der Neufassung der Ordnung des Verbandes mündet. Offiziell können Mädchen und Frauen nun Mitglieder der DPSG werden. Das Pfadfindergesetz von 1930 wird ersetzt und weitergeführt durch die "Grundlinien unserer Lebensauffassung": Leben in Hoffnung, Leben in Freiheit, Leben in Wahrheit, Leben in tätiger Solidarität. Inhaltlich orientiert sich die DPSG weg vom Waldläufertum hin zu einer Gruppenpädagogik, in der Kooperation und Verantwortung durch Erfahrung und Erleben gelernt werden sollen. Sie schwenkt so auf einen Weg ein, der direkt auf die Vorstellungen Baden-Powell zurückgeht.

1984 Leiterkongress in Westernohe mit 4000 Teilnehmern

1988 Zum Kongress "Exodus" kommen in Westernohe 6000 Leiterinnen und Leiter zusammen.

1990 Unter dem Motto "Wir haben Platz im Boot" ruft die DPSG zur jährlichen Solidaritätsaktion auf und wendet sich damit gegen die Verschärfung der Asyldebatte.

1992 Im "Wilden Sommer" sind 2000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Bundesrepublik unterwegs zu neuen Herausforderungen im eigenen Land. Zur Jahrewende treffen sie sich in einer stillgelegten Werkshalle der Glashütte in Ilmenau (Thüringen).

1993 Kindergipfel in Westernohe: Mehr als 1000 Kinder zwischen sieben und zehn Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet fordern "eine Welt, die uns gefällt".

1995 Die 57. Bundesversammlung beschließt die Einführung der Kindermitbestimmung auf Stammesebene. 20 rwandische Pfadfinderinnen und Pfadfinder werden aus dem Bürgerkriegsland ausgeflogen und von der DPSG aufgenommen. Im Verlauf der "Solidaritätsaktion Rwanda" kommen 700.000 Mark zugunsten des kriegsgeschüttelten Landes zusammen.

1996 Die DPSG startet die Kampagne "Tu es jetzt!" zum politischen Handeln, an der sich zahlreiche Gruppen vor Ort beteiligen. Gesellschaftspolitisches Engagement in sechs Themenbereichen ist Ziel der Langzeitaktion.

1997 4000 Leiterinnen und Leiter treffen sich in einem ehemaligen Eisenhüttenwerk in Duisburg zur Großveranstaltung "Power im Park". Das Treffen bildet den Höhepunkt der 1996 gestarteten Kampagne.

1998 5600 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aller Altersstufen treffen sich Pfingsten in Westernohe zum Auftakt der Jahresaktion "Flinke Hände, flinke Füße gestalten Zukunft für Westernohe".

1999 In der Aktion WölflingsWirbel setzen sich Kinder aus ganz Deutschland für mehr Kinderfreundlichkeit in ihrem Umfeld ein. Die 8- bis 10-Jährigen vergeben Noten für Spielplätze, malen den tristen Schulhof an, reparieren marode Fahrradständer am Bahnhof und vieles mehr. Besuche bei Kommunalpolitikern und die Zusammenarbeit mit der Lokalpresse führen in vielen Orten zu Verbesserungen. Die Aktion gipfelt in einem Besuch bei Bundesfamilienministerin Christine Bergmann.

Rund 1000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder eröffnen in Koblenz die Jahresaktion "Movida Bolivia". Sie kommt in diesem Jahr unserem bolivianischen Pfadfinderverband zugute, der eine Schulung für Lehrer ins Leben rufen will. Gruppen in der ganzen Bundesrepublik sammeln anschließend Geld, um ihre Partner in Südamerika zu unterstützen.

2000 3000 Roverinnen und Rover feiern Pfingsten in Westernohe den Auftakt zu IZURO, dem Internationalen Zukunftsjahr der Roverstufe. Den Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung bildet die "Aussendung" zu internationalen Begegnungen in aller Welt, zu denen die Rover im Sommer starten.

Mit der Jahresaktion "Augen auf! Stoppt Diskriminieruung!" setzt sich die DPSG gegen die Diskriminierung von Minderheiten ein. Im Rahmen der Jahresaktion startet im Spätsommer die Kampagne "Stoppt Rechts - Pfadfinderinnen und Pfadfinder gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt", die mit einem aussagekräftigen Logo und überall auftauchenden Aufklebern auf das Engagement der Pfadfinder aufmerksam macht.


Die erste Vollversammlung der Pfadfinderstufe findet im September in der Frankfurter Paulskirche statt. Hier beschließen Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Deutschland die Großveranstaltung "Fettgrün", die im Sommer 2001 über die Bühne geht. Die Vollversammlung endet mit der "Frankfurter Erklärung" der Pfadfinderstufe, die von den 14-16 jährigen jugendlichen Vertretern der Pfadfinderstufe, während der Vollversammlung am 23.09.2000 in der Paulskirche in Frankfurt, verfasst und beschlossen wurde.

Siehe auch

Weblinks